Aha!

– Wannst d‘ eh die Arbeitslosenunterstützung hast, zu was willst denn da in a Arbeit geh’n?
= Na, daß i streiken kann!

(15. Mai 1923)

 

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Das Problem der schönen Frauen:

Daß sich immer noch eine schönere findet.

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Weltspiegel vom 1.6.1925

Wien war, ist und bleibt die erste Theaterstadt des Erdballs. Ich möchte sogar behaupten: Ein jeder richtig gehender Wiener hat von Geburt aus Theaterblut in den Adern, und wer im mindesten daran zweifelte, der hievon wurde erneuert aufs Kräftigste überzeugt, alldieweil es im wunderschönen Monat Mai in unserer Staatsoper derart spuck-nicht spukte, daß die Folgeerscheinungen der Katastrophe von den hohen Brettern bis in das freundlichste Familienleben zersetzend eindrangen. Kein Spaß! „Die Jeritza.“ – „Die Orsowska“, ertönt der Feldruf noch heute in manch friedlichem Heim. Die besten Freunde gerieten in Zwiespalt und so manche Partie ging rettungslos auseinander, weil er es der unerreichbaren Jeritza zum Vorwurf machte, daß sie – gleich dem Mädchen aus der Fremde – uns nur im Frühjahr die kostbaren Gaben darbot, die uns die energische Gegnerin berufs- und wienfreundlich in Permanenz gewährt. Weiterlesen

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Zoologische Karriere.

Mit sechzehn Jahr’ die Schafe trieb
Zur Weide hin die Trude;
Mit siebzehn lief sie ‘nem Student,
N‘em „Füchschen“, auf die Bude.

Mit dem verkehrt’ platonisch sie,
Man lachte, scherzte, neckte,
Bis sie ein Windhund hat verführt
Mit achtzehn Jahr beim Sekte.

Drauf nahm sie einen Kapitän,
N‘en Seebär, der hübsch blechte,
Und hielt darauf bis dreißig sich
Nur mehr an reiche Hechte.

Dann hat mit ihr zur Ehe sich
Ein schüchtern Herr verbunden,
So hatte Trude nun zum Schluß
Auch das Kameel gefunden.

Zell.

(1. Juni 1925)

 

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Verschiedene Redenarten.

„Ich bin sehr häuslich gesinnt“, sagte die Schnecke.

„Ich darf den Leuten kein X für ein U vormachen“, sagte der Setzer.

„Ich kann nicht oft genug wiederholen“, sagte ein Stotterer.

„Man darf den Leuten nicht immer reinen Wein einschenken“, sagte ein Wirt.

„Die Menschen sind nicht wert, von der Sonne beschienen zu werden“, sagte ein Sonnenschirmfabrikant.

„Ich bin aus den Wolken gefallen“, sagte ein Aviatiker.

„Not bricht Eisen“, sagte ein Einbrecher, indem er die eiserne Kasse erbrach.

(1. Juni 1925)

 

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Voreilig.

„Ich könnte es nicht fassen,
Ein Dasein ferner allein, –
Ich möchte mein Leben lassen,
Willst du die meine nicht sein!“

Die Antwort, die sie gegeben,
Die löste die Liebespein,
Sie schenkte ihm das Leben
Und wurde für immer sein.

Doch bald erkannte er trübe,
Im Eh’joch, das ihm so schwer,
Daß damals ein Selbstmord aus Liebe
Weit besser gewesen wär’!…

I. Pauer.

(1. Juni 1925)

 

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Theater – vom 1.6.1925.

Deutsches Volkstheater.  Nach Pallenbergs selbstredend durchschlagendstem Gastspiel bescheerte uns das Volkstheater eine Neuinszenierung von Apels heiterem Spiel „Hans Sonnenstössers Höllenfahrt“ in vorzüglicher Besetzung. Thomas MannsFiorenza“, GrabbesNapoleon“ und NestroysEulenspiegel“ bilden den glänzenden heurigen Abschluß des vornehmen Repertoires der trefflichen Sprechbühne. Weiterlesen

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Kleine Scherze.

Der glücklichere Teil.

Sie: „Weißt Du, daß ich vor Dir den Direktor hätte heiraten können?“
Er: „Nein, ich wußte es nicht, aber ich merkte es an seinem dankbaren Gesicht, wenn wir uns begegneten.“

(1. Juni 1925)

 

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Mater certa est.

Die Türe öffnete er sacht
Jüngst unverhofft einmal,
Ertappt die Gattin, weh, es kracht! –
Beim Ehebruchskandal. –

„Halt ein“ ruft jene rasch gefaßt,
„Erzbösewicht, du blinder,
Ermorde nicht in Jähzornhast,
Den Vater deiner Kinder!“

Emma Rosenfeld.

(1. Juni 1925)

 

 

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Bettauers Manen.

Schon rauscht der Mordprozeß in Wiener Blättern.
An Rothstock reiht man Steinhof schon hinzu:
Nur Eins bleibt gleich, der Kampf in fetten Lettern:
Hier „Kirch’ und Schule“ dorten „Ich und Du“.

Hört! Hört! Die Kinder lesens, sind im Klaren
Ob mancher Dinge zwischen Bub und Maid.
Du lieber Gott! So wars vor hundert Jahren,
So wird es bleiben und so ist es heut.

Die Gattin, die so bieder einst gewesen,
Lügt und betrügt den braven Ehemann.
Nun: Hat sie jene Werke einst gelesen,
Bevor den ersten Fehltritt sie getan?

Kein Zweifel, rings ersprießen Blätter, Bücher,
Auf Geil- und Sinnlichkeit berechnet nur;
Entscheidend ist in allen Fällen sicher,
Vor allem doch das Wirken der Natur.

Sowie das Vorbild, das daheim erworben,
Gewiß Gelegenheit auch dann und wann.
Doch wird und ward manch braves Weib verdorben,
Tuts nicht Lektüre, sondern nur … der Mann.

V. S. Teinhof.

(1. Juni 1925)

 

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Kleine Scherze

Leumund.

„Das Fräulein Hedy hat sich mit einem Kriminalbeamten verlobt!“
„Geh’n S’! Muß die ein guten Gewissen haben…“

(1. Juni 1925)

 

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Eingeordnet unter Kleine Scherze

Sie schrieb!

Ich liebte das Fräulein, wie selten ein’s,
In allen vier Jahreszeiten, –
Ihr Haar war echt, in der Welt de Scheins
Und glänzte wie Gold vom Weiten.

Sie schwärmte für Zigarettenrauch,
Und halte so schöne Möbel,
Sie liebte meine Gedichte auch,
Den süßen lyrischen Pöbel.

Sie machte mir den Abschied schwer,
Sie schrieb kalt-höflich, gemessen
Sie schrieb mit derselben Tinte, in der
Ich Zeit meines Lehens gesessen.

Ahasver

(1. Juni 1925)

 

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Was gibt’s denn Neues? vom 1.6.1925.

Begeistert drang die Stimmung durch,
Die Deutschlands Herrscher kürte,
Der Feldruf „Marschall Hindenburg“!
Den hier einst Seipel führte.

Der aber zog zum heilgen Rom
Mit seiner Garde munter,
Sie beteten im Petersdom,
Herr Vaugoin war drunter. Weiterlesen

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Eingeordnet unter Was gibts denn Neues

Splitter.

Ob Frauen Schweigen ist zumeist
Keine ausgemachte Sache,
Denn dies ist auch eine Ausdrucksform
Ihrer vielgestaltigen Sprache.

Fr. P.

(1. Juni 1925)

 

 

 

 

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Eingeordnet unter Gedankensplitter

Verfehlte Spekulation.

Von Leon Xanrof.

I.

(Ein friedliches, gut und ziemlich behagliches Zimmer bei reichen Bürgersleuten. Gegenüber dem Bett das Bild eines Provinzonkels, der mit unangenehmem Lächeln herniederblickt. – Es schlägt elf Uhr auf der Pendule, die auf einem bronzenen Amor ruht, der wohl infolge langer Gewohnheit von den Schlägen nicht erwacht. Die Tür öffnet sich. Man tritt ein.) Er: dreißig Jahre alt, aufgedunsen und mit rotem Gesicht. Sie: fünfundzwanzig Jahre alt, stark parfümiert und elegant gekleidet; obwohl sie sich alle Mühe gibt, sich zu Hause zu fühlen, merkt man doch, daß sie nicht ganz in ihrem Element ist. Indessen treffen beide, bevor sie zur Ruhe gehen, noch Vorbereitungen zu einem kleinen Imbiß. Weiterlesen

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Eingeordnet unter Allgemein, Gastbeitrag

Inserate.

Die Schönheit des Weibes

Prima-Fotos nach der Natur

Preislisten, Miniaturen, direkte Wahl gegen Voreinsendung eines Betrages.

Vorm. O. Schmidt in

Wien, XII/2, Hetzendorferstraße 131.

(1. Juni 1925)

 

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Eingeordnet unter Erotik, Inland, Inserate

Weltspiegel vom 1.5.1925

Also, die Republik Österreich ist und bleibt das enfant gatée des Völkerbundes, respektive der Kulturwelt, die durch diesen Bund m. b. H. vertreten wird, und wer es nicht glaubt, der lese nur die englischen und amerikanischen Blätter. Dies umsomehr, als er es nur solcherweise von London und New-York erfährt, was für Spartaner wir Wiener eigentlich sind und frohen Mutes wir unsern von unsern internationalen Helfern gezüchteten Dalles und dessen Konsequenzen zu ertragen dressiert wurden. Weiterlesen

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Eingeordnet unter Inland, Weltspiegel

Caramels Spekulation.

Skizze von Henri Falk.

Als mein Tagewerk im Ministerium beendet war, entschloß ich mich zu einem kleinen appetitanregenden Spaziergang vor dem Diner über die Boulevards. Ich schlenderte also müßig dahin, als das Auftauchen von Alois Caramel mich dazu veranlaßte, ein Schaufenster mit Manschettenknöpfen zu studieren, aber er übersah mich nicht. „Dieser brave Gregoire“ trompetete er mit ausgestreckten Händen und veranlaßte mich so, den Kopf zu erheben. „Wie geht es dir“ fuhr er fort.

„Nicht gerade schlecht und dir?“

„Mir“, sagte er mit tönender Stimme, „wie einem Manne, der soeben da Gefängnis verläßt.“ Weiterlesen

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Eingeordnet unter Allgemein, Gastbeitrag

Kurzschluß.

Von unten und von oben
Verkürzt erscheint die Frau
In knappgehaltenen Roben,
Den Bubikopf erhoben.
Auf letzter Modeschau.

Doch wird mancher Facade
Enthüllter Untergrund,
Taugt er nicht zur Parade,
Belächelt, ohne Gnade,
Von losem Lästermund.

Nur schlanken Undezenten
Vom schöneren Geschlecht,
Doch keinen Korpulenten,
Bejahrten, Indolenten,
Gebührt Fußfreiheitsrecht!

Emma Rosenfeld.

(1. Mai 1925)

 

 

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Theater – vom 1.5.1925.

Deutsches Volkstheater.Gats“ Dichtung von Georg Kaiser. Gats ist ein, die Fortpflanzung verhinderndes, den Geschlechtgenuß vermehrendes Pulver. Der Entdecker, ein Humanist, will mit dessen entsprechenden Gebrauch, das minderlebenswerte Individium ausrotten. Beim eigenen, von ihm vergötterten Weibe angewendet, erleidet er Schiffbruch. Sie, die sich nach dem Kinde sehnt, übergibt ihn dem Gerichte. Gespielt wird glänzend. Neben Hadank und Frau Markus, Frau Putzmann und die Herren Duschinsky und Strauß vortrefflich wie Dr. Beers sachverständige Regie. Weiterlesen

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