Archiv der Kategorie: Feuerwehr, Rettung, Polizei

Eine Telephon-Neuerung

ist die „Ärztezentrale für tele­pho­ni­sche Ge­schäfts­übermittlung“. Damit wird auch eine Kom­plettierung der Todes­ur­sa­chen ermöglicht werden. Ein Schwer­kran­ker dürfte z. B. an „Schwer­hörig­keit“ (des Telephonfräuleins) zu Grunde gehen und die Fälle werden sich häufen, wo jede menschliche Hilfe bereits vergeblich ist, weil ihr eine zwei­stündige Konsul­ta­tion zwischen Partei und Kontrol­lor vor­aus­gegangen ist.

(4. August 1912)

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Am Flugfeld in Aspern

werden Hangars errichtet, welche ge­gen die Feuers­gefahr alle möglichen Sicher­heiten bieten. Wie jedoch der „Mor­­gen“ zu melden weiss, sind die­se Bau­­ten so gehalten, dass sie alles „für die Feuers­gefahr“ vorgekehrt haben! Man verständige also au­gen­blicklich die kom­petenten Behörden hievon!

(14. April 1912)

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Schornsteine mit Rauchverzehrung.

Nicht wie bisher an den Lokomotiven allein, son­dern auch bei modernst aus­ge­stat­teten Häusern brin­gen die Techniker rauchverzehrende Schorn­stei­ne zur Ein­führung. Diese Neuerung braucht nie­man­dem zu imponie­ren. Gibt es doch sogar schon rauchverzehrende Haus­be­wohner, wie sämtliche längs der Stadt­bahn logie­ren­den Wiener bestätigen kön­nen.

(21. Jänner 1912)

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Graf Sternberg und die „Caricaturen“.

Graf Sternberg hat im Parlament den Witz erzählt, daß die Feuerwehr auf die telephonische Benachrichtigung vom Brand des Narrenpalastes so­fort nach dem Abgeordnetenhaus ausgerückt sei.

Wir danken an dieser Stelle unserem Leser Grafen Sternberg, daß er die Scher­ze der Caricaturen 14 Tage später in eige­ner Regie weiter kolportiert.
Die Redaktion.

(18. Dezember 1910)

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Der Brand im Lunapark

hat an die Wiener Feuerwehr grosse Anforde­rung­en gestellt; wenn den­noch ein Teil der wackeren Löschmänner et­was spät auf dem Brandplatz einge­trof­fen war, hat das ganz eigene Ursachen ge­habt. Es handelte sich um ein be­greif­liches Missverständnis. Auf die Meldung: „Der Narrenpalast steht in Flam­men!“ soll nämlich die Feuer­wehr­zentrale einen Lösch­train so­fort zum Abgeordnetenhaus gesandt und erst dann den Irrtum erkannt ha­ben.

(20. November 1910)

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Aus Groß-Krähwinkel.

Die Freiwillige Rettungs-Gesellschaft soll noch d’raufzahl’n!

Die Groß-Krähwinkler, im stolzen Vollbewußtsein des neuen Ranges, welchen sie durch die Umwandlung ihrer vieltheuren Vaterstadt in ein Groß-Krähwinkel unter den Weltstädten einzunehmen berufen sind, sind demgemäß auch zu der Einsicht gelangt, daß es mit den kleinen Krähwinkliaden, durch welche sie bisher ihren Platz in der Culturgeschichte der Völker zu bezeichnen gewohnt waren, nicht mehr gethan sei, sondern daß sie nunmehr – grandeur oblige! – zu Groß-Krähwinkliaden verpflichtet seien. Und um zu zeigen, daß auch der Krähwinkler wie der Mensch mit seinen höheren Zielen wachse, haben sie gleich mit etwas Kolossalem begonnen.

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Oeffentliche Danksagung eines Retters.

Beim Brande des Stadttheaters gelang es mir, dem Theaterarzt, Herrn Dr. Staniek, einige seiner Schmucksachen zu retten, wofür ich demselben meinen besten Dank hiermit sage.
Schani Gaunerl, Retter in Feuersgefahr.

(25. Mai 1884)

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Ein Sensationsblättchen über den Stadttheaterbrand.

Gluth – Blut – Wuth! Es dampft – es prasselt – es wirbelt – – – Schwarze Höllendünste wälzen sich erstickend durch den Flammenkrater, durch die dem Verderben geweihten Räume tobt das wahnsinnige Element – – – – – Blaken krachen, Fenster klirren, Menschen jammern – es ist ein Bild aus dem Pinsel eines zehnfachen Bereschagin, gräßlich, unfaßbar, nervenzerfasernd! An den Goldleisten, an den sammt’nen Draperien leckt die gierige Flamme, die Luft glüht, von feurigen Fetzen durchwirbelt, ein Katarakt von brennenden, glimmenden, rasenden Trümmern stürzt mit brausendem Krachen in’s Parquet hernieder, in dem zwei Menschen, zwei lebende, athmende Sterbliche furchtlos auf ihrem Posten stehen, indeß das glühende Verderben ihr Antlitz verkohlt, ihr Fleisch versengt – – – – – – – Wer sind die Tollkühnen?
Das bleiche Entsetzen lähmt unsere zuckende Feder!
Was thun die Todgeweihten? Weiterlesen

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Oppositioneller Leitartikel über den Ringtheater-Brand.

Die Leichen sind beerdigt, der Schutt weggeräumt, und bald wird das einst so prächtige Gebäude dem Erdboden gleich gemacht sein. Wer sind die Schuldigen, fragen wir? Etwa ein in seiner Stammkneipe zu lange verweilender Theaterarbeiter oder etwa der Director, die Polizei, das Stadtbauamt? Keiner von allen denen. Wir sagen es offen heraus: Niemand Anderer als die Regierung und ihr verderbliches System tragen Schuld an dieser Katastrophe. Wie soll ein Theater-Director das vorschriftsmäßige Oellämpchen anzünden, wenn Graf Taaffe im Parlamente die Oellämpchen der Völkerversöhnung verlöscht? Weiterlesen

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Dies irae.

Es bebt durch’s lebenslustige Wien
Ein wehmuthsvoller Schauer,
Schwarz wallt die Menge zum Schottenring,
Ein riesiger Zug der Trauer.

Da steht es berußt und leergebrannt,
Das Ringtheater-Gebäude:
Auf dunklem Fittich umkreist der Schmerz
Das einstige Haus der Freude.
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Ringtheater †

In des „Aufschwungs“ Blüthezeit geboren,
Zu des Frohsinns Tempel auserkoren,
Hat dir nicht des Glückes Gunst gelacht.
Deren Schicksal je mit dir verbunden,
Sind vom Schauplatz bald besiegt verschwunden.
Und nun schwandst auch du in einer Nacht.

Kurze zeit nur solltest du gedeihen
Und nur flüchtig dich des Glückes freuen,
Denn auf Erden war für dich kein Raum;
Und im Schmerze, daß du mußtest sterben,
Zogst du Menschen mit dir in’s Verderben,
Schaurig endend, wie ein Fiebertraum.
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Ringtheater.

– I hab immer g’sagt, das Ringtheater wird alle andern Theater z’Grund richten. Richtig brennt’s jetzt ab, und alle Wiener Theater-Directoren san im Wasser.

(11. Dezember 1881)

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Folgen des Ringtheater-Brandes.

  • Die Leute gehen nicht mehr in’s Theater. Dafür kauft sich Jeder, auch der nicht lesen kann, täglich sämmtliche Morgen- und Abendblätter.
  • Die Tingel-Tangel nehmen einen erneuten, alles Frühere übertreffenden Aufschwung.
  • Jeder Wiener erhält von den entferntesten Provinzverwandten telegraphische und briefliche Anfragen, ob er sich nicht „vermißt“ fühle.
  • Einige Theater sind gezwungen, Winter-Ferien einzuführen.
  • Die Theaterschulen leeren sich, dafür machen die Versicherungs-Gesellschaften gute Geschäfte.
  • Nicht genug der todten Opfer, wird nach lebenden Sündenböcken gesucht.
  • Die Klerikalen sagen, der Liberalismus sei Schuld an dem Unglück, ein Theil des Publikums meint die Polizei, und wenn wir eine Opposition wie in Ungarn hätten, würde jedenfalls die Regierung dafür verantwortlich gemacht werden.

(11. Dezember 1881)

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Vorschläge des Herrn v. Gänsehaut zur Sicherung der Theater.*

  1. In keinem öffentlichen Theater darf ein Licht angezündet werden.
  2. Von jedem Sitz- und Stehplatze hat eine mindestens zwei Meter breite Nothstiege direct in’s Unterkammeramt zu führen.
  3. Um diesen Punkt zu erleichtern, haben sämmtliche Theater auf den Hof zu übersiedeln.
  4. Um jedes derselben darf in einem Umkreis von fünf deutschen Meilen kein anderes Gebäude errichtet werden.
  5. Jeder Theaterbesucher hat ein Gefäß mit einem Hektoliter Wasser, eine Handspritze, eine 10 Meter lange Strickleiter, ein Sprungtuch und eine Brechstange bei sich zu führen, widrigenfalls ihm der Einlaß verweigert wird.
  6. Muß jeder derselben vor dem Eintritte visitirt werden, ob er keine feuergefährlichen Körper, wie Zündhölzchen, Cigarren, Zeitungen, Stroh, Heu u. dgl. bei sich hat.
  7. Garderoben und Decorations-Depots müssen vom Theater mindestens zwei Wegstunden entfernt sein.
  8. Jeden Schauspieler, der die Bühne betritt, begleitet ein Feuerwehrmann mit dem Schlauch in der Hand.
  9. Es haben überhaupt Vorhänge, Coulissen, Soffitten, Stricke, Sitzpolster, Schauspieler, Theaterzettel und alle anderen in Verwendung kommenden Körper aus Eisen- oder Platinblech verfertigt zu sein.
  10. Ist die Aufführung von Vorstellungen in Schaltjahren überhaupt nicht, in gemeinen Jahren nur vom 29. bis 31. Februar gestattet.
  11. Jedes Einschreiten um eine Theater-Concession, sowie der Besitz einer solchen ist als schweres Verbrechen mit lebenslänglichem Kerker oder Tod durch den Strang zu bestrafen.
  12. Für die genaue Einhaltung dieser Punkte haben sämmtliche Ministerien im Verein mit dem Reichsrath und der Polizei, desgleichen der Gemeinderath, die Landtage und alle andern Civil- und Militärbehörden, sowie die gesammte Bevölkerung mit ihrem Kopfe zu bürgen.

(18. Dezember 1881)

*Ringtheater-Brand am 8.12.1881.

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