Archiv der Kategorie: Gebildete Thierwelt

Aus der gebildeten Thierwelt.

Immer das Nämliche in immer verschiedener Wiederholung, was von jeher unser Jammer und unsere Klage ist. Die Sünden der Menschen werden an uns Thieren geahndet – wir werden durch die Menschen compromittirt und in die scandalösesten Geschichten hineingezerrt. Sie reiten uns immer hinein. Hat man je so ’was erhört, wie bei dem neuesten Trabrennschwindel? Weil ein paar „Wechselreiter“ neuester Sorte, die nämlich auf dem gloriosen Einfall herumreiten, durch einen Wechsel der Pferde ihren Preis und ihren Profit zu erkennen, weil also besagte Rennindustrieritter ein Pferd für das andere unterschieden, werden nicht blos sie, sondern auch unsere Kameraden, die leider zu dem Schwindel mißbrauchten Pferde für immer, wie es in dem Urtheile heißt, von dem Trabrennplatze ausgeschlossen. Weiterlesen

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Aus der gebildeten Thierwelt.

Aber, Ihr lieben Menschen, nur nicht übertreiben – es nur nicht gar so übertreiben mit der Ehrlichkeit, daß man es beinahe nicht mehr für so ganz aufrichtig halten kann! Was hat denn unser armer Kamerad „Sladerok“ beim Handicap am Dienstag gar so Schreckliches verbrochen, daß er es sich gefallen lassen mußte, distancirt zu werden, nachdem er mit 1½ Längen leicht gesiegt hatte? Weil er an dem Schicksalsfehler litt, ein Outsider zu sein und diese, im vorigen Jahre so auffällig favorisirten Mißgünstlinge des Geschickes von damals her noch in derart bedenklichem Rufe stehen, daß man gleich besorgt, die Leute könnten Uebles denken, wenn wiederum so ein Outsider unverhofft durch’s Ziel geht, und weil man mit dieser Sorte von Glücksgerittenen doppelt scrupulös zu Werke gehen müsse? Weiterlesen

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Aus der gebildeten Thierwelt.

Darin sind wir leider den Menschen gleich, so sehr wir uns sonst zu unserem Vortheile von ihnen unterscheiden, dass die großen, zeitbeherrschenden Gestalten auch unter uns immer seltener werden. Je, ich behaupte, dass die „großen Rösser“ unter den Menschen sogar häufiger vorkommen als in unserem eigenen Geschlechte. Mir fehlt heuer in auffälliger und betrübsamer Weise der sonstige „Derby-Vorahnungs-Rummel“, der schon ein paar Wochen vorher in den Lüften herumzuschwirren pflegte, die athembeklommene Spannung, die fiebernde Ungeduld – und vor Allem die gewohnte Zeitungsreclame, die den vierbeinigen „großen Thieren“ ja doch gerade so unentbehrlich ist wie den zweibeinigen und von ihnen gerade so schmerzlich vermisst wird, mit dem Unterschiede nur, dass wir vierbeinigen es ehrlich eingestehen und nicht, wie die zweibeinigen, mit einer geheuchelten Gleichgiltigkeit und Unempfindlichkeit dagegen kokettiren. Weiterlesen

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Aus der gebildeten Thierwelt.

Ich habe in den letzten Tagen etwas gefühlt, was ich bis dahin für unmöglich und für lächerlichen Unsinn gehalten hätte – ich hab’ mich danach gesehnt, ein Comfortableroß zu sein. Sonst hab’ ich’s immer für gewöhnliche verlogene Menschenheuchelei gehalten, wenn irgend Jemand aus meinen Gesellschaftskreisen, das heißt, aus den Kreisen, in denen ich und Meinesgleichen geritten werden, so ein Jemand, der in goldener, oder wenigstens vergoldeter Wiege geboren ist, manches Mal behauptet, der Arme sei mehr zu beneiden, als der Reiche und von Haus ans glücklicher, weil er weniger an das Glück gewöhnt ist und darum einen größeren Genuß davon hat, wenn ihm einmal vom Schicksal eine gute Stunde gegönnt ist. Weiterlesen

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Aus der gebildeten Thierwelt.

Ich nehme wieder die Feder zum Huf und berichte aus der Freudenau. Unsere Saison hat begonnen als eine Saison der „moralischen Ueberraschungen“ im Gegensatze zu den „unmoralischen“, welche im vergangenen Jahre so viel Scandal gemacht und durch die Illoyalität der Zweifüßler unsere Vierfüßlerehre so schwer compromittirt haben. Weiterlesen

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Aus der gebildeten Thierwelt.

Jockey-Schulen will man errichten! Zeit ist’s, daß der menschliche Hochmuth endlich einmal auch da ein Bischen zur Einsicht und bescheidentlicher Selbstkenntniß kommt, und daß man die Nothwendigkeit begreift, nicht Alles für die Menschen, sondern auch die Menschen für uns systematisch abzurichten. Nur wird in dieser Schule auf einen Gegenstand viel Zeit und viel Strenge verwendet werden müssen, der bei unserem Unterricht und unserer Erziehung überflüssig ist, weil es bei uns edlen Vierfüßlern keine Gefahr damit hat – auf die Sittenlehre. Weiterlesen

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