Archiv der Kategorie: Man schreibt uns

Was gibt’s denn Neues? vom 1.12.1924.

Schwer schied Herr Seipel lobesam,
Des Staates hohe Leiter;
An dessen Stelle Ramek kam.
Nun, lieber Gott hilf weiter!

Auch Kienböck folget – wie Gott will! –
Wir kennen seine Gaben,
Hat er doch selbst – wir hielten still –
Den Index auch begraben. Weiterlesen

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Inserate.

Warum sandten Sie noch nicht 30 Heller, Sie bekommen 1 Muster und illustr. Preisliste der

Gummi-Neuheit-„Essha“

S.M. Herzog,
Wien VII./3 Hernalser Hauptstr. Nr. 79

(24. März 1912)

 

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Man schreibt uns.

Ein Staatsbürger, der unter den Tritten des Amtsschimmels und speziell der Bahnverwaltung, mit der er geschäftlich viel zu tun hat, arg zu leiden hatte, beschloß kürzlich, einmal durch ein Übermaß von Korrektheit sich an der Bahnbehörde zu revanchieren. Er fuhr mit seinem Söhnchen in die Provinz. Es war spät nachts. Plötzlich, um 2 Uhr, während der Eilzug durch die rabenschwarze Finsternis rasselte, zog der Mann die Notleine. Ein schriller Pfiff, der Train blieb auf offener Strecke stehen, aufgeregtes Durcheinander, das Zugpersonal kommt ins Coupé gestürzt. „Was ist geschehen? Warum haben Sie die Notleine gezogen?“ schreit der Kondukteur.
„Liebe Amtsperson!“ sagt ruhig der Kaufmann und zieht sein Portemonnaie heraus. „Es ist soeben der 10. Januar 1908, 2 Uhr früh. Heute vor zehn Jahren, präzise um diese Stunde, ist mein Junge da geboren worden. Folglich hat er, für den ich bei Antritt der Fahrt eine halbe Karte lösen durfte, soeben das zehnte Jahr überschritten, und ich muß also jetzt die Differenz auf die ganze Karte nachzahlen!“ Sprachs und erlegte den Fehlbetrag. Das Zugspersonal hatte keine Handhabe, gegen den ordnungsliebenden Passagier vorzugehen.

(10. Jänner 1909)

 

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Man schreibt uns.

Das Warenhaus Gerngroß – etwa den Berlinern: Tietze oder Wertheim entsprechend – macht naturgemäß in der Weihnachtszeit besonders viel in Inseraten und Affichen von sich reden.
Dieser Tage wurde ein Disponent der Firma von einem befreundeten Spaßvogel telephonisch angerufen: „Lieber Freund, ich muß Ihnen leider die Mitteilung machen, daß es in unseren Ministerien böses Blut machte, weil ‚dieser Gerngroß vor Weihnachten einen solchen Rummel macht.’“ – „Das haben Sie wirklich gehört?“ antwortet der Kaufmann bestürzt. „Ganz gewiß“, sagt der andere, „nur glaube ich, daß es sich hiebei um den Fürsten von Montenegro handelt!“ Lachte und läutete ab.

(29. November 1908)

 

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Man schreibt uns.

In einem großen Variete tritt „Carmencita“ auf, die berühmte spanische Tänzerin und Mimikerin. Sie spielt eine romantische Szene, in der Totschlag, Eifersucht und der Sieg der Liebe veranschaulicht werden. Um für das alles dem Publikum einen deutlichen Wegweiser zu geben, enthält das Programm eine genaue Beschreibung der Pantomime.
Der Text lautete folgendermaßen: „… In Dolores aber ist die Liebe zu dem spanischen Soldaten mächtiger als die Bande, welche sie an die Schmugglergenossen knüpfen. Sie schützt den Schlafenden mit ihrem Leibe vor den Dolchstößen der Schmuggler; jagt durch ein paar wohlgezielte Schüsse die wilden Gesellen in die Flucht und jubelt, da sie sieht, daß der geliebte Mann gerettet ist. Der Abend sinkt hernieder und unter tausend Küssen, in seliger Liebesbrunst sinken beide unter einem Waldbaum nieder.“
An das p. t. Publikum: Während den nun folgenden Aktes wird nicht serviert!“

(29. November 1908)

 

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Man schreibt uns.

Jenes junge Mädchen, das durch gewissenlose Verführung in die Klauen einer bekannten Gelegenheitsmacherin geriet und später gerettet wurde (welche Rettung eines der spannendsten Kapitel des seinerzeitigen großen Sittenprozesses bildete), erhielt über Intervention eines charitativen Vereines eine Stelle als Blumenmacherin in einem Atelier. Die Inhaberin des Geschäftes, eine sehr fromme und vorsichtige Dame, wandte sich aber vorher an das Sekretariat der Vereines mit der Anfrage, „ob die L. nun auch wirklich geläutert und gänzlich gefahrlos für die neue Umgebung wäre“, worauf der Sekretär des Vereines die ebenso launige wie lakonische Auskunft schrieb: „Wir garantieren, daß die L. nicht mehr salonfähig ist.“

(29. November 1908)

 

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An zwei höhere Funktionäre noch nicht verstaatlichter Bahnen wenden sich im vergangenen Sommer die Bediensteten mit dem Anliegen um Aufbesserung, oder wenigstens eine Aushilfe. Der eine der wohlmeinenden Herren verweist die Petenten auf die außerordentliche Wohlfeilheit der Linsen und die Nährkraft der Hülsenfrüchte.
Der andere mahnt freundlich lächelnd: „Aber, Leutl, was fällt Euch ein, in einem Jahre, wo’s Obst so geraten ist! Eß’ts Zwetschken! Um ein paar Heller hat eine ganze Familie ihr Mittagmahl…“

(22. November 1908)

 

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Ein Geschichtchen anderer Konfession und von anderer, derberer Struktur.
Lehrt der Rabbi am schönen Sommernachmittag in behaglicher Sabbathruhe zum Fenster hinaus, daß sich der glänzende, schwarze Seidenkaftan prall über den Rücken und die Lenden spannt und sich wie eine Art schwer unterscheidbares Neutrum zwischen Mannes- und Weibergewand anschaut.
Kommt der junge, rotwangige „Bocher“, der Jünger des Rabbi, zur Türe hereingeschlichen, geräuschlos, bis ans Fenster hin, mit schelmischem Blick und Lächeln, hebe die Hand und läßt sie klatschend auf die straff gespannte Seidenfläche niederfallen.
Wendet sich der Rabbi zornig um, und entsetzt fährt der „Bocher“ zurück und stammelt: „Verzeih’ der Rabbi, ich hab’ gemeint, es ist die Frau Rabbinerin…“

(22. November 1908)

 

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Man schreibt uns.

Anläßlich der Aufführung des romantisch-satirisch-sentimentalen Einakters „Das Gastmahl der Kardinäle“ im Deutschen Volkstheater wurde im Foyer von einer amüsanten Polemik erzählt, die sich vor vielen, vielen Jahren zwischen einem streitbaren amtlichen Diözesanblatte und einer liberalen Zeitung über ein gar heikles galantes Thema entspann.
Da war ein Kirchenfürst von ziemlich strenger Observanz, nicht so ganz und gar welt- und weltlichkeitsfremd aber, daß nicht allerlei neckische Legenden um ihn herum geschwirrt hätten – eine ganz besonders von einer pikanten Blondine, die mit ihrem Kutschierwägelchen eine ständige und ständig auffallende Erscheinung des Frühlings- und Herbstkorsos geworden ward, eine unter dem Namen „die Selbstkutschiererin“ bekannte Stadtfigur. Darüber machte einmal der Chroniqueur des liberalen Journals seine Scherze, nicht allzu giftige, und streifet die legendären Beziehungen der Dame zu „einem der gewichtigsten Redakteure des kirchlichen Blattes“, denn man wußte, daß der Kirchenfürst die eigentliche geistige Leitung des Blattes führte. Dessen offizieller Chefredakteur, ein weltmännisch gebildeter und geistvoller Priester, erachtete es für seine Pflicht, dem losen Geplänkel entgegenzutreten, hatte aber den guten Geschmack, nicht wuchtig dreinzuhauen, sondern mit gleichem Scherzgeplänkel zu replizieren, wobei es sogar einen kleinen Hieb für den Eminenzherrn als Zeitungsherausgeber selbst setzte, der sich nicht durch besondere Munifizenz für seine Mitarbeiter hervortat. Die Replik des geistlichen Blattes lautete dahin, der lästerreiche Chroniqueur hätte wissen sollen, daß die Redakteure dieses Kirchenorgans wahrhaftig nicht so finanziell gestellt seien, um sich Maitressen halten zu können.
Worauf der Angreifer, auf den gleichen Ton gestimmt, erwiderte, er habe selbstverständlich keinen jener Redakteure gemeint, die im Redaktionsbureau angestellt seien. Damit war genügende Deutlichkeit gegeben, wohin gezielt wurde – und hierauf folgte nun keine Erwiderung mehr, und die Stadt fuhr fort, sich über die Selbstkutschiererin zu unterhalten.

(22. November 1908)

 

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Der Regisseur eines neuen, aber schlechtbesuchten Kabaretts macht dem Konferencier Vorwürfe, daß er zu wenig Schlagfertigkeit und Witz in seinen Vorträgen entwickle.
„Wenn Sie keinen Stoff haben, so wenden Sie sich einfach an das Publikum. Apostrophieren Sie doch direkt die Leute im Parkett, da kann Ihr Humor doch aus dem Vollen schöpfen!“ rät er.
„Oho! Sie meinen aus dem Leeren“, repliziert der Künstler mit einem Blick in den großen Saal hinein.

(22. November 1908)

 

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Auf dem Trabrennplatz, gerade am letzten Tag des Herbstmeetings, befinden sich im Aktionärraum ein paar Herren der bulgarischen Gesandtschaft, In ihrer Gesellschaft Herr F., ein Pferdegroßhändler, bekannt durch seine Lebemannsallüren, aber auch zu seinem Hang zur Aufschneiderei.
„Lassen wir en Streit, ob Sie wirklich so viel Verdienste um die österreichische Pferdezucht haben“, brach ein Attaché das diskutierte Thema ab, „reden wir lieber von was anderem. Sagen Sie mir, lieber F., was halten Sie von der großen Sobranje?“
Herr F. stutzt einen Moment, worauf der Attaché, seine Verlegenheit merkend, fortfährt: „Sie kennen die mir scheint gar nicht?“
„Das wär nicht schlecht!“ erwiderte F. rasch gefaßt. „Ich und die Sobranje die große, nicht kennen! Vor vier Wochen erst hab’ ich mit ihr soupiert!!“

(22. November 1908)

 

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Man schreibt uns.

Das Nikolofest steht vor der Tür, und der kleine Poldi, der längst weiß, was das mit den Gaben des heiligen Nikolaus und auch den nicht minder süßen des Krampus für eine Bewandtnis hat, fragt seine, den Konditorladen zu geheimnisvollen Einkaufen besuchende Mama: „Sag einmal, Mami, warum kriegen wir Kinder um diese Zeit immer so gute Sachen in den Strumpf hineingesteckt?“ – „Weil wir Christen sind, liebes Kind!“ erläutert feierlich die Mutter.
Und leuchtenden Auges sagt der Kleine: „O du lieber Gott! Wenn wir doch bloß immer Christen wären!“

(15. November 1908)

 

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Man schreibt uns.

In einer Gesellschaft, der auch mehrere Diplomaten, Staatswürdenträger und – als Paradeaufputz – der Handelsminister in höchsteigener Person ein erhöhtes Lustre gaben, kam auch das Gespräch auf die in allen Staaten herrschende Telephonmisere. Ein Großindustrieller glaubte den günstigen Moment für gekommen, Se. Exzellenz darauf aufmerksam zu machen, daß die sprichwörtliche Schwierigkeit, mit der ein Abonnent zu kämpfen hat, bis er endlich die gewünschte Verbindung mit der Telephonzentrale bekomme, nicht länger mehr geduldet werden könne. Da sei eine Remedur nötig und der Minister möge doch gleich selbst so einem launenhaften Telephonfräulein die Leviten lesen. Er würde sich überzeugen, daß diese Beamtinnen vor niemandem Respekt und Pünktlichkeit zeigten – ausgenommen den Minister selbst.
„Und darum“, sagte er, „bitte ich Exzellenz, versuchen Sie einmal, mir eine Verbindung mit einem meiner Geschäftsfreunde herzustellen; ich für meine Person, als gewöhnlicher Staatsbürger, bin das nicht imstande!“
Die Exzellenz geht an den Apparat, läutet, läutet und wird eine Ewigkeit nicht verbunden. Endlich meldet sich die bequeme Telephonistin, worauf der Minister wütend in den Apparat hineinruft: „Sie, Fräulein, wissen Sie, wen Sie da so lange haben warten lassen? Ich bin der Handelsminister selbst! Ich werde Sie disziplinarisch bestrafen!“ – Worauf die zweifelnde Antwort zurückkam: „So, so! Sie glauben am Ende, das imponiert mir viel, was Sie da sagen? Heutzutage glaubt schon jeder Esel, er kann Minister spielen!“
Der Ohrenzeuge an der zweiten Muschel lachte, und die Exzellenz läutete in höchster Verlegenheit ab.

(15. November 1908)

 

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Man schreibt uns.

Auf die Nachrichten hin, daß der Duma schon wieder von der Regierung Väterchens der Maulkorb vorgebunden worden sei, beruft ein radikaler Abgeordneter, in seinen Landbezirk zurückgekehrt, eine Versammlung seiner Wähler ein, um gegen die Vergewaltigung des freien Wortes zu protestieren. Der Himmel ist hoch und der Gouverneur weit, und so zieht eine Rotte von Landleuten, nachdem sie sich zuvor politischen Mut an Wutki angetrunken, durch die Vorgasse gegen das Versammlungslokal immerzu begeistert brüllend:
„Die Konstitution (‚Konstitutia’) lebe hoch!“ – Ein zufällig des Weges kommender Westeuropäer, ein Pariser Reisender, hält einen der Schlingel an, um ihm auf den Zahn zu fühlen.
„Was habt Ihr denn, lieber Mann, von der Konstitutia? Wißt Ihr denn auch, um was es sich da eigentlich handelt?“ – „Das will ich glauben, lieber Herr!“ erklärt selbstbewußt des Kleinrusse. „Der Großfürst Konstantin, das weiß doch jeder im Reiche, der hat das Herz des ganzen Volkes. Und seine Gemahlin, die Konstitutia, die soll erst gut sein und Segen bringen dem armen Volk. Der Russe weiß schon, für wen er beten und sich opfern soll!“

(8. November 1908)

 

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Im Offizierskasino, wo bei der auf das Liebesmahl folgenden, zwanglosen Unterhaltung allerlei Scherzworte und Bosheiten geprägt werden, stellt ein Spaßvogel von einem Oberleutnant die Preisfrage: „Wenn mit ihren Ehegattinnen ein Generalstabshauptmann und ein Regimentsarzthauptmann, die doch so ähnliche Uniformen tragen, in stockfinsterer Nacht spazieren gehen, wie kann man sie sofort und aus weiterer Entfernung sogar unzweifelhaft erkennen?“
Man riet hin und her, und endlich gab der Spaßvogel die für Militärheiraten so charakteristische Antwort:
„Jüdelt er, ist es ein Regimentsarzthauptmann, jüdelt aber sie, ist es ein Generalstabshauptmann…“

(8. November 1908)

 

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In Börsenkreisen kolportiert man den Kalauer eines bekannten, durch die letzte Deroute  reich gewordenen Finanziers, welcher in Beziehungen zu einer Operettensängerin getreten war und sie nun überreden wollte – gegen gute Worte und gutes Geld – ständig seine Maitresse zu werden. Die Kleine sträubte sich noch immer ein wenig gegen den Gedanken; wohl darum, weil sie den Traum von einer glänzenden künstlerischen Karriere noch immer nicht endgültig begraben konnte.
Sie äußerte ihre Bedenken und meinte nachdenklich: „Das soll nun alles aufgegeben sein?! Wenn ich denke, daß nach jeder meiner Arien und Duette der Beifall ein tosender war!“ – Schmuzelt der reiche Börseaner zynisch und erwidert: „Nu, liebes Kind, auch bei mir wird jedesmal der Beifall ein Tosender (Tausender) sein!“

(1. November 1908)

 

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In ein niederösterreichsches Städtchen kommt abends ein Arbeiter in das Gasthaus und bestellt dort einige Krügel Bier. Als er einige Züge gemacht hatte, schwamm ihm ein langgestreckter dunkler Gegenstand entgegen. Bei näherer Untersuchung stellte es sich heraus, daß es zwei – Würste waren. Der Arbeiter fragt empört den Wirt, was denn das zu bedeuten habe, worauf sich dieser mit den Worten entschuldigt: „Dös is zweg’n den, weil i mir schon kann andern Platz mehr weiß. Wo soll i denn no meine Würts’ vor die Augen von denen Dienstboten verstecken? I hab s’ halt in die Glaskrügel eini tan!“

(1. November 1908)

 

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Der Hauskomiker M. des Etablissements Ronacher geht vor ein paar Tagen zum Pferderennen in die Freudenau. Eine Blumenverkäuferin bietet ihm ihre Ware an, stutzt plötzlich und ruft erstaunt aus: „Na, so was! Wie Sie dem Komiker M. aber ähnlich sehen!“
Dem Komiker M. macht es Spaß, sein Inkognito zu wahren, und so meint er jovial: „Net wahr? Das haben mir außer Ihnen schon viele Leute gesagt. Aber leider, leider, bin ich der M. nicht.“
Begütigt ihn das höfliche Fräulein darauf mit den Worten: „Warum denn ‚leider’? Was ist’s denn schon, wenn Sie gar der Komiker wären? Was wären Sie denn dann weiter viel? Nix wäre S’, ein Schmarren wären S’!“

(25. Oktober 1908)

 

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In Bosnisch-Brod ist eine ärarische Zündhölzchenfabrik, deren Erzeugnisse berüchtigt sind durch schlechte Qualität.
Kommt da ein Herr aus Wien, der zwecks Studien die neugebackenen „Reichslande“ besuchen will, in das Städtchen und kauft in einer Trafik eine „Kurze“, in der Meinung, den rennomierten bosnischen Tabak billig genießen zu können. Nun ist aber gerade diese Sorte ein schlechteres Kraut als selbst in Österreich. Wie er den Glimmstengel anstecken will, brennt er nicht. Rät ihm die Verkäuferin wohlwollend:
„Wenn Sie die in Brand stecken wollen, kaufen Sie sich gleich – zehn Packel bosnische Zündhölzer auf jede Zigarre dazu!“

(25. Oktober 1908)

 

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Vorige Woche hat sich in der Rudolfskaserne folgende wahre Szene abgespielt:
Ein bei der Mannschaft nicht besonders beliebter General inspiziert die Kaserne während der Mittagszeit; der General befiehlt, um die Mannschaft beim Essen nicht zu stören, kein „Habt-Acht!“ zu rufen. – Während der Kontrolle in den Zimmern fragt er einen Mann: „Na, mein Sohn, wie schmeckt das Essen?“ – „Herr General, meld’ g’horsamst, auf einmal ist mir der Appetit vergangen.“ „So – Herr Hauptmann, sperren S’ den Kerl auf drei Tage ein und lassen S’ ihn zweimal fasten, damit er wider Appetit bekommt!“

(25. Oktober 1908)

 

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