Archiv der Kategorie: Wochenkinematograph

Wochenkinematograph vom 16.4.1916

Die Deutschen haben, wie immer, eine Technik erfunden, der die Feinde nichts Gleichwertiges entgegensetzen können. Es ist die Technik des „Abschnürens“, die jetzt bei Verdun so erfolg­reich ange­wendet wird. Wenn man ein Stück einer festen Stellung haben will, legt man eine Schlinge herum und zieht diese dann fester zu, so daß der Gegner zu zappeln beginnt.

Und die Franzosen zappeln bereits ganz außerordentlich, da ihnen ein Stück nach dem andern abgeschnürt wird. Vorderhand erklären sie alles Abgeschnürte als wertlos. Aber dann? Dann werden sie wohl oder übel die Allianz mit England als wertlos er­klä­ren.

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Und wenn die Feinde die neue Technik nachmachen wollten? Nun, dann wird sie eben nicht wirken. Schreien doch jetzt die Franzosen in alle Welt hinaus, daß sie auch Riesen­mörser besitzen, aber wo sieht man diese? Die große Mündung allein macht es überhaupt nicht, denn den fran­zö­si­schen Politikern fehlt es wohl nicht an der „großen Mundöffnung“, aber ihre Geschosse wirken nicht. Weiterlesen

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Wochenkinematograph vom 9.4.1916

Die Ententekonferenz in Paris ist auseinandergegangen und hat dabei den „gemeinsamen Sieg“ beschlossen. Statt dessen sind getrennte Niederlagen gekommen, bei Verdun, am Isonzo und in Litauen. Es kommt eben immer anders, als die Ententediplomaten prophezeien, und sie sollten einmal beschließen, eine Niederlage zu erleiden. Das wäre noch ein Ausweg für sie, um so etwas wie einen Sieg zu erleben.

*

Cadorna will nun einmal in Frank­reich nicht mittun. Er ist ein vorsichti­ger Geschäftsmann und will von der einen Unternehmung, welche er be­treibt, nicht abgelenkt werden. Mancher wagemutige Geschäftsmann gründet neben seinem Stammhaus immer neue Niederlagen, aber Cadorna braucht keine neuen Niederlagen, er hat an den alten am Isonzo genug.

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Welch eine Schwindlerbande hat sich da zusammengetan, um die zwei alten Kaiserstaaten zu vernichten. Und wie ergötzlich ist es, zuzusehen, wie sie im Grunde einander selbst vernichten. Weiterlesen

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Wochenkinematograph vom 2.4.1916

Die Vierverbändler beraten jetzt in Paris. Das kann für uns nur gut sein, denn wenn sie zusammen vorgehen, geschieht sicher eine Dummheit. Einer von ihnen kann eventuell etwas erreichen, vereint sind sie immer die Opfer.

Und warum? Weil einer allein, wenn er etwas unternimmt, das äußerste aufwendet, mehrere Spitzbuben aber das System verfolgen, daß einer sich auf den ande­ren verläßt, so daß niemand etwas rechtes tut. Wenn einmal die Entente die „volle Einigkeit“, das „absolut gemein­same Handeln“ eingeführt hat, dann ist uns der volle Sieg sicher.

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Cadorna hat schon wieder mit dem Wetter Pech gehabt und nicht siegen können. Die italienische Regierung versendet nun an die neutralen Staaten ein offizielles Bulletin, worin Cadornas Mißerfolge dem schlechten Wetter zu­ge­schrieben werden. Was werden die Neutralen dazu sagen? Weiterlesen

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Wochenkinematograph vom 26.3.1916

Der französische Finanzminister hat erklärt, daß er das Ende des Krieges bereits sehe. Was heißt das nun?

Glaubt er an eine militärisch überwältigende Lage Frankreichs, wäre eine solche Annahme doch angesichts Verduns nur heller Wahnsinn zu nen­nen. Nun ist aber Ribot zunächst Finanzminister, und somit liegt die An­nah­me nahe, daß er aus finanziellen Gründen das Ende des Krieges sieht. Mit andren Worten: Weiterlesen

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Wochenkinematograph vom 19.3.1916

Noch hallt der große Schlag von Verdun,
Die Herren Ententler erzittern,
Weil sie für ihren feinen Plan
Nun schrecklich Unrat wittern.

Es sollte ja nach ihrem Programm
Das deutsche Volk jetzt sterben,
Infolge ihres Hungerkriegs
Ob arger Erschöpfung verderben.

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Wochenkinematograph vom 5.3.1916

Wer gesunde Heiterkeit liebt, lese den italienischen Flottenbericht von dem Tage, wo die Österreicher Du­razzo eroberten. In dem denkwürdigen Schriftstück wird als größte Leistung der italie­ni­schen Flotte hervorgehoben, daß sie mehr als 200.000 Mann und tausende von Tieren transportiert hätte.

Ja, ist denn eine Kriegsflotte eine Transportunternehmung, ist ein Dread­nought ein Stallwagen, ein Admiral ein Spediteur? Ist es die Aufgabe der Kriegsflotte, Tiere zu transportieren? Welcher Art waren die Tiere? Waren auch die Schöpse dabei, die auf Essads Hilfe gehofft haben?

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Der italienische Bericht ist ein typisches Produkt einer Schwindler­bande, die seit Jahrzehnten innerlich bankerott ein Großmachtgeschäft mit prunkender Firma führt. Wer ist überhaupt Italien, dieser hastig zusammengeflickte Stiefel mit Pappsohle? Mit welchem Recht will dieser Abschaum alter, zugrunde gegangener Völker in die Weltgeschichte eingreifen und in drei Weltteilen herrschen?

Als Freund hat er uns begaunert, als Feind ist der Italiener zum Wieder­erwecken unsrer Macht geworden. Solche Feinde läßt man sich gern gefallen.

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Wer könnte auch der gesammelten, aufgerüttelten Jugendkraft der Zen­tral­völker widerstehen? Fort mit dem dummen alten Respekt vor den Westvölkern, die seit einem Jahrhundert nur von Wechselfälschung und Kreditüberspannung in der Politik leben. Weiterlesen

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Wochenkinematograph vom 27.2.1916

Die Türken haben das ohne Eisen­bahnen im Rücken nicht zu haltende Erzerum nach einjährigem Krieg geräumt, und die Russen haben in wildem Triumph die offen gelassene Tür eingerannt. Jetzt ist Nikolajewitsch wieder ein großer Stratege, und Herr Filipescu ist zur rechten Zeit als Gast der russischen Regierung eingetroffen. Bisher konnte er von Rußland nur die Rubelscheine, jetzt wird er einen andren Schein zu sehen bekommen, den Schein eines großen Sieges.

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Tittoni hat in Nizza eine Rede gehalten und dabei vom Frieden ge­spro­chen. Welch ein weiser Daniel – er sieht bereits durch die Nebel der Gegen­wart das Ziel der Zukunft. Vorderhand empfiehlt er sich bereits als Frie­dens­minister. Kann sein, daß er den unseligen Salandra beerbt und im Grunde wieder zum Dreibund heimfinden möchte. Dann hat Italien titanische Anstrengungen für den Krieg gemacht, um bald tittonische Anstrengungen für den Frieden zu machen.

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Australien ist das Verbrecherland per excellence, denn England hat seit unvordenklichen Zeiten alle Diebe und Mörder hingesendet. Heute bezieht es von dort die Hilfstruppen für Gallipoli und Flandern und Mesopotamien. Nun ja, eine verbrecherische Politik braucht verbrecherische Hilfs­trup­pen.

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Fliegen können vor allem doch nur die Leute vom Vierbund. Weiterlesen

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Wochenkinematograph vom 20.2.1916

Sasonow hat gesprochen. In Ermanglung einer Duma hat er Interviewern erklärt, der Krieg werde noch in diesem Jahr zu Ende sein, denn Deutschland sei erschöpft. Weit hat es dieser prahlerische Herr gebracht, der es im vorigen Jahr nicht unter Konstantinopel getan hat. Jetzt hofft er nur mehr auf die Erschöpfung Deutschlands.

Ganz ähnlich, wie wenn mir jemand auf der Brust kniet, mich am Hals würgt und ich auf seine Erschöpfung meine Hoffnung setze. Dabei hat ein anderer Russe erklärt, Separatfrieden könne man nicht schließen, denn das wäre der Staatsbankerott. Also scheint jemand anderer erschöpft zu sein als Deutschland.

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Wer sorgt noch so intensiv für das Heiterkeitsbedürfnis der Welt wie die lateinischen Schwestern Frankreich und Italien? Wenn diese windigen Phrasenmenschen von Paris und Rom nicht wä­ren, hätte man gar keinen heiteren Moment. Da ist zum Beispiel Herr Briand nach Rom gekommen, um „die Ver­brüderung enger zu gestalten“. Weiterlesen

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Wochenkinematograph vom 13.2.1916

Es gibt Wucherer, welche ihren Klienten statt Geld Waren geben, die ver­klopft werden müssen, oft direkt an Spießgesellen der edlen Geldgeber. Dadurch wird das Wuchergesetz um­gangen und noch höherer Zinsen­gewinn erzielt.

Nach diesem Prinzip verfährt England mit seinen im Grunde bedauerns­werten Alliierten. Es gibt diesen Geld zu konvenierenden Zinsen, saugt sie aber in den Kohlen- und Frachtpreisen vollständig aus, wie es jetzt Italien wut­schäu­mend hinaus schreit und Frankreich tief beschämt verschweigt.

Die beiden lateinischen Schwestern (eine verwelkte Salondame die eine, eine flatterhafte Dirne die zweite) sind jetzt ordentlich im britischen Netz drin­nen und haben wenig Aussicht, später einmal mit ihren verwelkten Rei­zen großen Gewinn zu erzielen. Vorderhand aber sprechen sie vom „Endsieg“, der alle Schäden gut­machen wird. Macht sich besonders schön während des Bombardements von Liver­pool, Paris, Valona und Saloniki.

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Und in Bessarabien? Da soll der Zar im Salonwagen den Durchbruch der österreichisch-unga­rischen Front abgewartet haben. Scheint also seiner Sache sehr sicher gewesen zu sein. Da steckt wohl Rasputin dahinter, der wohl aus dem Kaffeesatz die Zer­malmung des Feindes geweissagt haben wird. Weiterlesen

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Wochenkinematograph vom 30.1.1916

Was sagt ihr zum triumphierenden Flug des habsburgischen Doppel­adlers? Die Russen verscheucht, die Italiener zum sich Totrennen an Karstfelsen verurteilt, Serbien und Montenegro besetzt und jetzt der Marsch nach Alba­nien.

Was sagt ihr dazu, panslavistische Trunkenbolde in Moskau, welche ihr den Besitzstand der Monarchie bereits ausschnapsen wolltet, um ihn dem Zigeuner­pack gewisser Familien à la Karageorgewitsch zuzuschanzen.

Was sagt ihr dazu, welsche Briganten, die ihr durch euren Zuhälter­dichter d’Annunzio Grabgesänge für unser Reich dichten ließet?

Wie wird euch, wenn ihr von Skutari, Antivari und Dulcigno hört?

Wie steht ihr da vor den sauberen Ententemächten, die euch zum Meu­chel­­mord gedungen haben?

Wäre es nicht besser gewesen, anständig zu bleiben? Bei uns wärt ihr am Tisch gesessen, bei der Entente seid ihr der Hund, dem man unter dem Tisch Reste zuwirft.

Vorderhand noch etwas zuwirft. Aber dann – der Tritt! Wenn der Hund nichts tut als betteln, muß er ja doch hinaus.

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Österreich-Ungarn kämpft jetzt an drei Fronten glorreicher denn jemals, ja es ist jetzt absolut im Vordergrund, da es die Russen mit 100.000 Mann Verlust zurückschleudert, die Italiener bald zur Defensive verurteilt, dabei den Lovcen und Antivari erringt.

Heller als je unter Prinz Eugen, Laudon, Radetzky strahlt der Ruhm unsrer Waffen. Unsre Artillerie hat an den Dardanellen gedonnert und den wackeren Türken geholfen, die Ententesoldaten wegzufegen. Offen liegt die Welt vor uns, wehe dem, der sich uns entgegenwirft.

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Wochenkinematograph vom 16.1.1916

Die Dardanellen geräumt!
Welche erbärmliche, nie wieder gut zu machende Niederlage der En­tente. Vier Großmächte, wovon zwei Weltmächte, konnten den von ihnen so geringgeschätzten Türken nicht überwinden. Ja, was können denn diese Mächte eigentlich?

Unsere Partei hat 50 Festungen genommen, darunter die stärksten der Welt, jene konnten nicht einen festen Punkt nehmen. Ja, was können sie denn eigentlich? Ich werde euch sagen, was sie kön­nen: Lügen, schwindeln, Verräter suchen und kaufen, Attentate bestellen, spio­nieren, hetzen usw.

Lauter Waffen der abgelebten, kraftlosen und dabei doch gierigen Ge­schöpfe. Wie sollte auch der ausgemergelte greisenhafte französische Volks­körper oder der verfettete englische den gesunden deutschen, un­gari­schen, türkischen erdrücken können oder auch nur den fröhlich auf­schießenden bulgarischen. Nieder mit den abgelebten, anmaßenden, ver­derb­ten, nur mit dem Maul und dem Gold arbeitenden Staaten. Hoch die kraftvollen, wirklich wehr­fähigen, jungen, kaiser- und königstreuen Völker.

An den Dardanellen ward es kund, wie es sein wird.

*

Wehrkraft läßt sich nicht plötzlich nach Maß bestellen oder gar fertig kaufen. Wehrkraft und Gläubigkeit sind Symbole der Völkerjugend, der er­halte­nen Schöpferkraft. Wenn die Völker altern, kommt die Geldherrschaft, die Demokratie, die Frei­­maurerei und wie die Surrogate der wirklichen Volkskraft heißen. Alles schale Scheinherrlichkeit, leeres Getue und stetes Abwärtsgleiten. Weiterlesen

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Wochenkinematograph vom 26.12.1915

Die Entente befestigt sich in Saloniki.

„Nach dem Tod eine Weinsuppe!“ lautet eine volkstümliche Redensart. Hier trifft sie wörtlich zu. Nach der vernichtenden Niederlage der Entente­truppen nehmen diese ein Stärkungsmittel zu sich. Wozu? Es wird am Ende ein zweites Antwerpen draus, wo die schützenden Engländer bei Nacht und Nebel davonlaufen müssen.

Hat man die zweite Auflage der Tragikomödie „Antwerpen“ so nötig?

Geschickte Direktoren lassen ein mißlungenes Stück sofort ver­schwin­den. Aber die Engländer sind schon lange nicht mehr geschickt. Wenn man Jahrhunderte lang vom Mark aller Völker frißt, wird man träge und schwer­fällig und stirbt dann – am Schlagfluß. Und England steht vor diesem Ende.

*

Die Franzosen beginnen schon eine recht bemitleidenswerte Rolle zu spie­len. Wie ein Weib, welches sich einmal an einen Unwürdigen ver­schenkt hat, mit diesem immer weiter geht, um dann in der tiefsten Niede­rung zu enden, so wird jetzt La France vom Engländer bis aufs Mark aus­gesogen und verächtlichem Elend zugeführt. Weiterlesen

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Wochenkinematograph vom 19.12.1915

Aus Mazedonien ist die Entente hinausgepeitscht worden. Es muß ein erhebender Anblick gewesen sein, wie diese alten Kulturvölker von den jugend­kräftigen Bulgarentruppen hinausgeworfen wurden. Dieses Bild stimmte so wenig zu den frechen hochfahrenden Reden der Politiker in London und Paris. Wo ist die alte Kultur, der überlegene Ver­stand geblieben, als man die liederlich dumme Expedition nach dem Balkan veranstaltete? Wahrlich, der kleinste Balkanstaat hat mehr Ordnung, Energie und Ver­stand als diese verschlampten „alten Kulturvölker“.

Das schwatzt und rasselt von seiner Überlegenheit und seinem Fort­schritt ­und wird schon von den kleinen Völkern ausgelacht, so wie lieder­liche Greise, die noch mit ihren Kräften prahlen, von den jungen Mädchen verhöhnt werden. Wahrlich, wir möchten kein so lächerliches altes Kulturvolk sein wie die Franzosen.

*

Welche Hoffnungen hat man nur auf diesem General Sarrail gesetzt! Man dachte, sein bloßes Erscheinen in Saloniki würde die Situation gründ­lich ändern, doch siehe da! Man ließ sich nicht imponieren und sieht jetzt den General Sarrail atemlos aus Mazedonien zurücklaufen. Wer ist übrigens dieser General Sarrail? Er war Kommandant des Ge­bäu­des der französischen Kammer und hatte mit seinen Truppen dem Kammer­­präsidenten zu salutieren.

Das war seine frühere militärische Tätigkeit. Jetzt sollte er auf einmal gegen Mackensen, Kövess und Todorow antreten! Wirklich zuviel verlangt!

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Wochenkinematograph vom 12.12.1915

Es gibt Leute, die tot sind und es nicht wissen, und so gibt es Mächte, die besiegt sind und es nicht wissen oder zumindest nicht wissen wollen. So z. B. Frankreich, welches jetzt seine Knabenreserven angreift und mit solchen Knabenhortbataillonen „Deutschland“ zertrümmern will.

Man denkt da an die bekannten Größenwahnerscheinungen bei Paralyse, wo der jämmerlich herabgekommene Patient von seiner Riesenkraft spricht. Ein volles Jahr stemmt sich die ganze französische Heeresmacht plus Eng­land plus Belgien gegen den linken Arm Deutschlands ganz vergebens, aber man spricht von Zertrümmerung. Paralyse!

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Serbien, der geknickte Unheilstifter, redet auch von seinen Zukunfts­plä­nen.­ Wojwode Putnik hat alle Knaben, deren er habhaft geworden ist, mit den Trümmern der Armee mitziehen lassen und verkündet nun, er werde die­se Knaben zu Kriegern ausbilden. Wir werden also auch mit den serbischen Knabenhorten zu tun bekom­men. Und das wird in den Ententestaaten geglaubt.

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Eine Frage möchten wir aber an Herrn Putnik richten: Wer wird diesen Knaben zu essen geben, wenn die Armeetrümmer schon Hunger leiden? Wird er die Knaben mit den Versprechungen Italiens abspeisen? Weiterlesen

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Wochenkinematograph vom 5.12.1915

Von der Entente unterstützt zu werden, ist beinahe noch verderblicher als von anderen Mächten angegriffen zu werden. Man hat es zunächst an Belgien gesehen, welches heute nicht einmal ein geographischer Begriff ist.

Nun sieht man es an Serbien. Als der kaltlächelnde Wicht Grey Serbien seinen Schutz zusagte, war die­ses definitiv verloren. Allerdings in Saloniki wurden Engländer gelandet, aber nur zum An­se­hen. So bummeln auch in Nordfrankreich die Engländer herum, bloß um sich ansehen zu lassen. Aber je mehr sich die englischen Soldaten ansehen lassen, desto weniger angesehen ist England.

*

Wann werden endlich den ausgesogenen Hilfsvölkern Englands die Augen aufgehen? Was ist eigentlich das Verführerische an diesem elenden John Bull, daß so viele brave Völker auf sein Geheiß ihr Blut verspritzen? Hoffentlich wird jetzt der Zauber durch die Kraft der Zentralgruppe ver­nich­tet. Weiterlesen

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Wochenkinematograph vom 28.11.1915

Die Engländer in Saloniki und in Athen zappeln zu sehen, ist ein Hoch­genuß. Einerseits den Meerbeherrscher spielen, der überall Truppen landet, andrer­seits für jede gelandete Truppe zittern zu müssen, ist der Gipfel des Komischen. Man ballt vor Griechenland die Faust, erzählt von der Beschießung der Küs­te, hat aber 100.000 Mann, die in Griechenland jederzeit geschnappt wer­den können.

Ich wollte, ich hätte 100.000 Mann fremder Truppen in meiner Macht und ihr Herr drohte mir, meine Küste zu beschießen. Den würde ich ordentlich besch… na ja! sagen wir: beschießen.

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Der Krach der Flotten ist in der Tat skandalös. Wo sind sie, alle die unzähligen Dreadnoughts der Entente, was haben sie geleistet? Etwa bei den Dardanellen; oder bei Antwerpen, oder vor Calais. Die ganze Flottenherrschaft ist lächerlicher Schwindel und reicht gerade hin, Baumwollschiffe abzufangen.

Wo hat der britische Lump auch nur einen befestigten Ort erobert oder auch nur schützen können? Zeigt es sich nicht deutlich, daß niemand mehr vor ihm Furcht hat? Die Herrschaft zu Wasser ist eine Herrschaft, die zu Wasser geworden ist.

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Die Briten führen den Krieg mit großer Zähigkeit weiter, aber sie wis­sen, warum. Es geht gerade für sie und nur für sie ums Ganze. Weiterlesen

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Wochenkinematograph vom 24.10.1915

Abgeblitzt!

Ja, die Entente ist abgeblitzt,
Trotz all’ ihrer Diplomaten;
Sie ist geraten in einer Sauce,
Wo kaum ihr ist zu raten.

Wie hat sie einst auf den Balkan gepocht,
Sie sah dort nur Vasallen;
Die müssen parieren auf den Wink,
Und alles sich lassen gefallen.

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Wochenkinematograph vom 10.10.1915

Die Entente hat eine Parodie des Durchbruches von Gorlice aufgeführt. Sie hat auch schwere Geschütze in Etagen aufgestellt, hunderttausende von Granaten abgefeuert, gestürmt – und was ist das Resultat?

Einige Einbuchtungen der deutschen Front. Wir haben mit dem großen Durchbruch zahllose Festungen und ganze Reiche erobert, die Entente hat zwei Dörfer: Loos und Massiges.

Und die Entente hat 200.000 Mann geopfert.

Sie hat sich also selbst das Maß genommen und gezeigt, daß sie von viel schwächlicherer Natur ist als die Zentralmächte. War das notwendig? Weiterlesen

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Wochenkinematograph vom 26.9.1915

Die Lage.

Nun ist auch Wilna genommen,
Weil’s Hindenburg hat gewollt;
Der Eichhorn, der wackere Führer,
Tat alles, was er gesollt. –

Die Russen retirieren,
Sie sind es ja gewohnt;
Es ist das einz’ge Manöver,
Das noch bei ihnen sich lohnt.

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Wochenkinematograph vom 12.9.1915

Der Zar hat wieder eine Rede gehalten und neuerlich vom Hinauswerfen des Feindes gesprochen. Der Oberkommandierende hat sich aber an dieses Zarenwort nicht ge­hal­ten und seinen eiligen Rückzug fortgesetzt. Wirft man auf die Weise den Feind hinaus, daß man vor ihm davon­läuft? Am Ende will er eben dem Feind verächtlich den Rücken kehren, damit sich dieser als hinausgeworfen betrachte.

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Überhaupt diese Reden:
Noch nie sind so viele Reden vom Sieg gehalten worden wie jetzt in den Reichen des Vierverbandes. Das ist psycho­logisch tief begründet. Die Russen pflegen, wenn sie keinen Schnaps haben, zu sagen: „Reden wir doch wenigstens vom Schnaps.“ So pflegt man auch in den Entente­ländern wenig­stens vom Sieg zu – reden.

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Das Reden über das Gewünschte hat vor allem den Zweck der Auto­sugges­tion: man will sich Mut zusprechen. Aber im erwähnten Fall liegt noch eine andere Absicht vor: die Wirkung auf die Neu­tralen. Weiterlesen

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