Schlagwort-Archive: Fremdenverkehr

Zeitenwechsel.

„Hier auf dem Gipfel des Berges
Stand einst, in vergangener Zeit,
Ein niederträchtiges Raubschloß,
Gefürchtet weit und breit.“ Weiterlesen

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Aufrichtig.

Sommerfrischler: „Ohne Bedienung wird das Zimmer wohl billiger sein?“
Bäuerin: „Na, das bleibt sich gleich – die vorjährige Partei hot g’sagt: die Bedienung is eh nix wert!“

(15. August 1923)

 

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Komisch.

Tourist (berühmter Bergsteiger): „Ist noch ein Zimmer bei Ihnen frei?“
Hotelier: „Ja, im vierten Stock können Sie noch eins bekommen.“
Tourist: „Nee, dafür danke ich, vier Stock hoch zu steigen, ist mir zu anstrengend.“

(15. August 1923)

 

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Wiener Spaziergänge vom 15.7.1923.

Wer auf den Pulsschlag Wiens zu horchen versteht, – denn ein jeder Ort hat sein eigenes Herz, – der findet immer wieder Symptome und Wechselerscheinungen, die sich nicht nur mit den Jahreszeiten, sondern permanent auch mit gewissen Terminen geradezu auf Woche und Tag wiederholen. Solch ein kritischer Tag erster Ordnung ist der erste Juli jeden Jahres. Fast genau aufs Datum ändert sich beispielsweise das weibliche Stadtpark- und Volks­gartenpublikum. Wahrung der Reputation verlangt es von allen, die sich’s leisten können, im Monat Juli „am Land“ zu sein und sei es auf einem Heuboden in Kraxendorf oder Mutzenkirchen. Die mondaine Frau ist dies nicht nur sich selbst, sondern auch ihrem Kind und Gatten schuldig. Werfen wir nur ruhig ‘mal so einen Blick in eine „moderne Wiener Ehewirtschaft von heute“. – Einst war’s anders, und der wahrheitsliebend Gefertigte will diesmal nur just eine Gruppe herausgreifen, die Angehörigen derselben – vornehmlich jäh reich Gewordenen – die das alte Wiener Gepräge – und das minder zu seinem Vorteil, recht deklassifiziert hat. Wir wollen durchaus nicht generalisieren und nageln es hiemit ausdrücklich an, daß just und noch immer „d’Weanerin“ das süßherzigste Weiberl am ganzen Erbenrund ist, nur die Anzahl derer hat sich halt zu sehr – zu sehr vermindert, die:

„mit Wenigem zufrieden,
wenn’s Herz nur ist dabei.“ – Weiterlesen

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Wiener Spaziergänge vom 1.7.1923.

Der Monat Juli ist für den Wiener Spazier­gänger ein gewissermaßen kritischer, in besondere, insoferne sich dessen Promenaden auf die innern, die sogenannten Nobelbezirke beziehen. Verhängte Fenster, herabgelassene Jalousien, besagen es dem Lustwandler, daß alle jene Bessersituierten, „die sich’s leisten können”, nach alter Gepflogenheit – und, koste es was es wolle – hinaus sind „aufs Land”, in Feld und Wald und Tal, zu Gletscher­füßen oder ans Meeresufer, je nach Herzens­wunsch oder vorhandener Valuta. Nun, wohl jenen, die dies können. Was aber tun jene Hunderttausende, denen der abgängige Mammon besagten Herzenswunsch schon im Keime erstickt, die beruflich an die in den Hundstagen – ach, so heiße – Wiener Scholle gebunden sind? Gibt es für diese überhaupt kein buon retiro, das sie – und sei es nur auf Stunden – an Seite jener Vielbeneideten versetzt, die auf schönen Erdenplätzchen verweilend, auf kurze Zeit ihren – wie sagen wir doch? – österreichischen Erdenjammer vergessen?… Und – ein Universalwegweiser wie der Wiener Spaziergänger schon ist, will er mit nach­stehender Dirigierung all jene, die ihm zu folgen geneigt, speziell auf Österreichs paradiesischesten Gefilde führen, die just gegenwärtig in Naturaufnahmen von bisher unerreichter Schönheit und Präzision einem hoch begeisterten Publikum geboten werden. Weiterlesen

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Wiener Spaziergänge vom 1.6.1923.

Die zweite Garnitur der Wiener Bevölkerung – das sind jene, die sich einen Sommeraufenthalt außerhalb des Rayons unserer Vaterstadt nicht zu leisten vermögen – setzen ihre Promenaden auch weiterhin im Bereich unserer 21 Bezirke behufs zeitweiser ozonreicherer Luftveränderung fort. Sie dürften die Minderzahl bilden, da trotz der immensen Wohnungs- und Pensionspreise, die unsere biederen Landbewohner verlangen, der rechte Wiener grundsätzlich „aufs Land“ gehen muß, sei es auch nur mit der Absicht, um sich nach absolviertem Aufenthalt in den elenbesten Bauernhütten, rückgekehrt, in seinem anständigen Bett um so wohler zu fühlen. Und, wenn er drauß’ im Schlagtreffdorf für täglich 50.000 Krandln am Heuboden schlafen muß – hinaus muß er. Die Schand kann man sich schon mit Rücksicht auf die Hausleut’ nicht antun, im Sommer „in Wien“ geblieben zu sein. Freilich gibt’s auch nicht wenig solcher Sommerfrischler, die mit ihrer zurückgelassenen Adresse und ihren späteren Erzählungen über das Leben und Treiben in Ischl, Gastein, Karlsbad, insbesonders aber „an der See“ einigermaßen in Widerspruch geraten, was bei effektivem Aufenthalt in einer Bauernhütte nächst Grammat-Neusiedl nicht Wunder zu nehmen ist. Also, an diesem Brauch werden auch zehn weitere Weltkriege mit allen Konsequenzen nichts ändern. So lange es Menschen gab und gibt, waren und bleiben sie stets Wurzen ihrer Eitelkeit. Ich kenne Wiener, die mitten im Wiener Wald den bequemsten und herrlichsten Sommeraufenthalt genießen, aber so ein Föhrenwald bei Dorn- und Tullnerbach kann sich doch nicht mit dergleichen an – der Südbahnlinie vergleichen. – Und wie viele Badner zieht’s wiederum unwiderstehlich in die denn doch ganz andere Westbahnwaldesluft! Weiterlesen

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Eingeordnet unter Inland, Wiener Spaziergänge

Die Sommerfrische.

Wenn wärmer grüßt der Sonne Strahl
Und ‘s Herz wird leicht mit einem Mal,
Der Lenz naht mit Frohlocken,
Dann will ein jeder ‘naus aufs Land,
Drum macht der Städter kurzerhand
Sich plötzlich auf die Socken.

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Eingeordnet unter Inland

Fremdenverkehr.

In Italien muß es ein Vergnügen sein, vom Fremdenverkehr zu leben: entweder traut sich kein Fremder hinein, weil zum Krieg gehetzt wird, oder werden die Hotels in Spitäler verwandelt, oder kommen die Fremden nicht, weil Paßschwierigkeiten bestehen, oder suchen sie die Grenze zu gewinnen, weil Hungerrevolten stattfinden, oder wird die Grenze luftdicht gesperrt, damit niemand hinaus und hinein kann!

(1. Oktober 1917)

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Sommerfrischen-Ersatz.

Ich gehe heuer zum erstenmale nach Wien in die Sommerfrische. Bisher habe ich diesen Vorsatz wie tausend andre immer nur im Frühjahr gefaßt, um dann später „bloß wegen der Kinder“ doch in Ischl, Marienbad oder in Tirol zu landen. (Daß ich überhaupt keine Kinder habe, hat der Ausrede nichts geschadet.) Da ich mir diesmal aber bei der Anmeldung im Fremdenverkehrsbüro tatsächlich durch das lange Stehen Krampfadern, Gallenleiden und Wanderniere zugezogen habe, kam ich nolens wolens zu einer amtsärztlichen Bescheinigung, wonach ich die Pflicht hätte, es dieser Niere gleich­zutun. – Die Marschroute lautete: Baden bei Wien. Weiterlesen

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Eingeordnet unter Inland

Suche nach der Sommerfrische.

1. Tag. Ins Fremdenverkehrsbureau am Stock-im-Eisenplatz. Zweitausend Angestellte. Wenn Sie hinkommen, sind Sie noch nicht kurbedürftig und bescheiden sich mit Weidling am Bach. Nach dreistündigem Warten und Erfüllung aller Vorschriften sind Sie gallenleidend geworden und müssen am nächsten Tag die Formulare neu ausfüllen; diesmal für Karlsbad.

2. Tag. Rayonierte Lebensmittel dürfen nicht teilweise im ständigen Wohnort und teilweise im Sommeraufenthalt bezogen wer­den. Da der ständige Wohnort Wien ist, entfällt die erste Möglichkeit. Hier bezieht man doch nur Bezugscheine. Also lassen wir uns total für Stixendorf einschreiben.

3. Tag. Eine Nachbarin sagt mir, das Zehnte kriege man nicht in Stixendorf, über­dies würfen einem dort die Bauernkinder Steine nach, wenn man Sommerfrischler sei. Weiterlesen

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Eingeordnet unter Inland

Die verordnete Sommerfrische.

Die Statthalterei hat verfügt, daß nur wirklich Kurbedürftige eine Sommerfrische oder ein Bad besuchen können. Wer aufs Land geht, wird zumeist für seine Verpflegung selbst sorgen müssen.
Das beste Mittel gegen Mitesser in den Sommerfrischen ist eine von den betreffenden Bürgermeisterämtern am Ortseingang angebrachte Warnung:

Fremden ist der Eintritt verboten!
Zuzug ist fernzuhalten !
Jeder Stadtfrack wird niedergebügelt!
Mitgebrachte Gänse, Schweine und sonstige Familienmitglieder sind sofort anzumelden!

(13. Mai 1917)

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Inserate.

Neu eröffnet!

Hotel Ronacher
Himmelpfortgasse 25

(nächst Ring und Kärntnerstrasse gelegen)

Vollständig renoviert! Modernst ausgestattet. Zimmer mit und ohne Bad. Zimmerpreise von 3 Kronen aufwärts. Unter neuer Führung

Franz Hubert.

(27. Juli 1913)

 

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Inserate.

Hotel-Café-Restaurant „Giselahof“

Gottfried Svatos
Wien, XXI. Pragerstraße Nr. 13.

Jeden Sonntag Frühschoppenkonzert bei freiem Entree. Ausschank von Pilsner Urquell und Jedleseer Kaiser-Bier, sowie vorzügliche niederösterreichische Natur-Weine. Zu jeder Tageszeit altbekannte, gute warme und kalte Wiener Küche, zu Diners, Dejeuners, Soupers, Hochzeiten und allen Festlichkeiten.

(16. März 1913)

 

 

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Inserate.

Hotel Orient
Wien, I. Tiefer Graben 30/32

Telephon 22.319 Vormals Hotel Derby. Gänzlich neu renoviert. Durch Zubau bedeutend vergrößert. Luxuriös eingerichtete Zimmer, Warmwasserleitung, Lift. – Zimmer mit Bad von K 3,- aufwärts samt Beheizung.

(26. Jänner 1913)

 

 

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Propaganda für den Fremdenverkehr.

(Vorschlag für ein Inserat.)

Acht Tage zur Ansicht!
= ohne jede Zahlungsverpflichtung! =
Lehrreich – Amüsant – Originell
Wiener Telephonkabel-Legung
auf der Praterstraße
zur Zeit des größten Verkehrs.
Ununterbrochen Tag u. Nacht im Betrieb.

(3. September 1911)

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Wochenkinematograph vom 18.6.1911

Der Sultan hat „Ausgang“ bekommen, wie wir in Wien sagen: er darf von Konstantinopel weg und sich in den Provinzen ergötzen.
So kam er nach Saloniki, wo ihn die Bevölkerung herzlichst begrüßte, da sie nun außer dem entthronten Abdul Hamid auch noch den wirklichen Sultan beherbergten.
Abdul Hamid soll nun seinem Bruder gesagt haben: „Wie weh wird mir, Bruder, wenn ich nicht mehr regieren, und du jetzt auf dem Thron bist“, worauf der Sultan erwiderte: „Ich bitte dich – heißt das auch regieren?“

*

Ungefähr wie dem Sultan in Stambul geht es dem von Marokko, nur daß er nicht von den eigenen Untertanen, sondern von den Franzosen gegängelt wird.
Und es ist sehr die Frage, ob der arme Herrscher in Fez auch diesen be­schei­denen Posten behalten wird, da nun auch die Spanier sich ein­zu­mischen be­ginnen, gewiß nicht um dem Sultan zu helfen.

Die Situation dieses armen Teufels erinnert an den armen Sachsen, der in einem Walde von Räubern seiner Barschaft beraubt und an einen Baum festgebunden wor­den war. Weiterlesen

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Eingeordnet unter Ausland, Inland, Wochenkinematograph

Inserate.

Hotel Wimberger
Wien, VII. Neubaugürtel 34

Maskenball „München in Wien“

Täglich Konzert.

(29. Jänner 1911)

 

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Inserate.

Café Maria Josefa-Park
Wien, IV. Wiedner Gürtel 6

vis-à-vis der Staats- und Südbahn. Tages-Café. Civ. Preise. Aufmerksame Bedienung. Aufl. der gel. Journale.

Ig. Dvorak, Cafétier.

(1. Jänner 1911)

 

 

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Saisonbeginn!

Man rückt wieder ein, rückt zu­sammen und gibt sich einen energischen Ruck, um an den Verrückt­heiten der Großstadt unverrückt festzu­halten: Die Raison der Saison kommt zur Geltung. In den Kurorten werden Gattinnen und Kinder ausgelöst; man zählt die Häupter seiner Lieben, um zu eruieren, wieviel neue Herbsthüte zu kaufen sind, geht mit weit weniger geschwellter Brusttasche durch die Kärntnerstraße und meidet ängstlich we­gen der Auslagen die Aus­lagen.

Der Papa schimpft, daß die Mama in der Sommerfrische so viel Geld und so wenig Töchter angebracht hat, daß er beim Inkasso kein Einlangen findet, das Dienstmädchen, daß sie keine Hand­lan­ge­rin und die Frau, daß sie kein Aus­langen findet. Kurz, man freut sich, daß man wieder die alte Ordnung hat. Weiterlesen

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Touristischer Ratgeber.

1. Man versorge sich vor allem mit warmer Wäsche. Für den Touristen eignet sich am besten ein Jägerhemd, welches womöglich vor Antritt der Rei­se einige Mo­nate ununterbrochen am Leibe zu tra­gen ist. Das Tragen eines solchen durch­ge­ar­bei­teten Hem­des verschafft auch den Vor­teil, daß die Neben­menschen einem ehr­erbietigst ausweichen.

2. Wenn man eine mehrmonatliche Reise antritt, soll man unbedingt ein zwei­tes Paar Strümpfe mit­nehmen, da das erste verloren gehen kann. Weiterlesen

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