Schlagwort-Archive: Justiz

Wiener Spaziergänge vom 1.1.1925

Jede deutsche Großstadt – und in künstlerischer Hinsicht ist und bleibt Wien doch immer wieder das Capua der Geister – hat neben ihrem Museum und dergl. auch ihre Künstlerstüberl, und just dort trifft man unerwartet auf Schätze, die für den Liebhaber dasselbe bedeuten wie für den Forscher eine Tutankamensche Graberschließung. Jeder Wiener kennt das alte, gemütliche Café Stadtpark, den wenigsten dürfte es bekannt sein, daß ein Nebenstüberl dieses beliebten Grand-Cafés eine Musterkollektion heiterster Originalgemälde der Künstlerzunft „Die Hand“ birgt, die für den Kenner eine Sehenswürdigkeit ersten Ranges bedeuten. Bekanntlich vereint „Die Hand“ „just ein Dutzend“ namhaftester Wiener Maler und Bildhauer in ihrem Bunde, die sich hier auch als Meister der Karikatur glänzend bewähren und uns in heit’rer Betrachtung über ein Stündchen unseres jetzt meist trüberen Daseins hinweghelfen… Und nebstdem – „gratis“ – in unseren gegenwärtig ach so teuren Tagen. Weiterlesen

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Wiener Spaziergänge vom 1.5.1924.

„Im wunderschönen Mont Mai – da alle Knospen sprangen – da ist die Lohnkämpferei – von neuem losgegangen.“ Man muß es unsern Wienern – mehr oder weniger berechtigt – aber immer Unzufriedenen lassen: Was anderenorts zeitweise eintretende sensationelle Episoden bedeuten, ist „bei uns Wienern“ bereits in ein gewissen „System“ gebracht worden. Unsere voraussichtlichen und tatsächlichen Streiks treten auch nicht gleichzeitig auf – alles in einer gewissen Reihenfolge, die geradezu als vorbildlich für ein „überhaupt nicht mehr zur Ruhe-kommenlassen“ bezeichnet werden muß. Hören die Bankbeamten auf, beginnen die städtischen Angestellten mit ihren erhöhten Lohnforderungen, die dann wiederum von den Bundesangestellten abgelöst werden. Post, Telegraph und Eisenbahn arbeiten zielbewußt mit, während die Lohnbewegungen in sämtlichen Industriezweigen in gleich permanenter Abwechslung, quasi den Unterton bilden für das stete Gefühl der Unsicherheit, das ein Charakteristikon unserer nun eineinhalbjährigen Sanierungsperiode bildet. Weiterlesen

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Mutterzwang.

Seit Menschendenken Buddha, Christus, Luther
Erschloß des Glaubens hehr’ Mysterium,
Ward auch des Weibes Vorbestimmung: „Mutter“
Beruf und Sehnen, Los und Heiligtum. Weiterlesen

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Wiener Spaziergänge vom 20.2.1924.

Der Wiener zählt zu den leidenschaftlichsten Schlittschuhläufern – auch zu den besten Kunstläufern des Kontinents. In unsrer alten großen Monarchie gab es in dieser Hinsicht berühmte Orte, so Troppau und Leitmeritz. Unwillkürlich erinnert sich der Spaziergänger aus seiner Kinder- und Jugendzeit – sowie vom Eise die Rede – just letzterer freundlichen Elbestadt. Dort wie in Wien stand – allenfalls vor einem halben Jahrhundert – die Eislaufsucht auf ganz anderer Basis. Auch am Eise, wie im Tanzsaale „hüpfte“ man damals mehr den Walzer. Überhaupt das Springen am Eise! Kunststücke, in denen sich heute Kapazitäten auf Schleifplätzen und in Varietees produzieren, waren bei uns Jungen gang und gäbe. Immer mehr Bänke wurden aneinandergeschoben, über welche wir dann mit kräftigem Anlauf hinübersetzten, wie über weite Wasserstreifen, die in scharfen Winterjahren unsere stundenlangen Exkursionen auf der Elbe unterbrachen. Meistens „Direktion Tetschen“. Es war dies doch etwas anderes als der ständige Kreislauf im Eislaufverein oder Augarten. Auch eine heitere Episode möchte ich des Kontrastes – von einst und jetzt – wegen hier einschalten. Leutnantsgarnison Theresienstadt. Winter 1879. Die Elbe zugefroren bis Hamburg. Also etwas für uns. Gute, ausdauernde Läufer waren wir, auch mehrere Läuferinnen. Frau und Töchter des Stationskommandanten und noch einige Ärarische. Zusammen rund ein Dutzend, das – Samstag dienstfrei bewilligt – acht Uhr vormittags ab Dampfschiffslandungsplatz Leitmeritz lossauste. Direktion und Endziel Landungsgrenze Tetschen. Um ein Uhr nachmittags wollten wir anlangen, um zwölf Uhr waren wir dort. Nur fünfzehn Minuten Rast in Aussig. Nun aber die glorreiche Idee! – Zurück? Morgen Sonntag? Nein! – Vorwärts! – Richtung Dresden! Soweit wir kommen. Das Eis, trotz der Elbewindungen, spiegelglatt. Um ein Uhr legten wir los. Bei Schandau dämmerte es. Dann aufblitzende Lichter rechts und links – Pirma, etwa halb fünf Uhr, im Lichterglanz, und punkt fünf Uhr landen sechs Paare unter der Brühlschen Terrasse. Dort bei strahlender Beleuchtung, regstes Treiben. Und wir – gewohntermaßen in tadellosem Bogen um- und durchbiegend: Österreichische Offiziersuniformen! Kurzes Stutzen und Anstarren – dann aber jubelnde Begrüßung vor allem von den deutschen Kameraden. Abends gesellige Zusammenkunft mit deren Damen – Toaste, Anbrüderung, Tanz. – Nächsten Morgen solennes Frühstück, dann Rückfahrt mit der Staatsbahn… Dienstag aber Stationskommandorapport – sintemalen die „Dresdner Nachrichten“ von unserem Eisbesuch begeistert Kenntnis nahmen, wir aber keinen Auslandsurlaub – geschweige denn in Uniform – erhalten hatten. Nun, zu arg fiel’s nicht aus… Ich erwähnte ja, daß Frau und Töchter des Divisionärs mit von der Partie waren. Weiterlesen

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Wiener Spaziergänge vom 1.2.1924.

Unsere Tagesblätter kennen ihre Pappenheimer. „Greift nur hinein ins volle Menschenleben!“ Auf die Gefahr hin, auch in irgendwas zu greifen, was nicht gerade nach Eau de Cologne duftet. Eigentlich ist just dieses Odeur Grundbedingung für die wochenlang vorher bereits angekündigten Publikationen unter der Devise: „Wildelt authentisch!“ So versorgte uns vor Kurzem ein Tagesjournal mit den Episteln eines Aus- pardon Nachkömmlings unserer letzten Dynastie. Der hohe Mistschaufler und sein Werk fand zahllose Leser, trotzdem dessen Eröffnungen fast ebenso belanglos waren, als die anschließenden Briefe des seinerzeitigen k. u. k. Armeeoberkommandanten. Es ist geradezu unglaublich, was für Nichtig- und vollständige Harmlosigkeiten einer Schmarrn-Korrespondenz den Wienern serviert und von diesen staunend hinabgeschluckt wurden! Nun, wie Gott will! Für die Verbannten kann dieses ungeschmälerte Interesse nur schmeichelhaft sein. Aufrichtig amüsiert hierüber hat sich – nach sicherer Quelle – am meisten der Briefschreiber selbst… freilich auch die Schriftleitung, die mit dem wertlosen Schmus das beste Geschäft machte. – Sie kennen ihre Kundschaften und finden immer wieder einen Köder für – verzeihen Sie das harte Wort – ihre Stockfische. Weiterlesen

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Die goldene Hand.

Skizze von Henri Falk.

„Und Sie, Herr von Jonsac“, fragten die Damen, „wollen auch Sie die Kraft des Talismans leugnen?“

„Meine Antwort“, sagte er, soll diese Geschichte sein:“

Ich war damals sechsundzwanzig Jahre alt. Vom Dämon des Spiels besessen, verbrachte ich oft ganze Nächte im Klub. Nun denn, ich behaupte mit vollster Bestimmtheit, daß ich den größten Teil meines väterlichen Erbteils durch diese Leidenschaft vergeudet hatte… Weiterlesen

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Wiener Spaziergänge vom 15.5.1923.

Wir müßten lügen, wenn wir just die gegenwärtigen Promenaden im wunderschönen Monat Mai durchwegs so anmutig finden sollten. Vielleicht hinaus in den Wiener Wald, insolange dort keine scharfen Schießübungen abgehalten werden… Problematischer ist der Überblick im Bereiche der Wiener Bezirke zur Zeit unserer erneuerten Teuerungswelle, die wir wohl passender als Teuerungssturmflut bezeichnen könnten. Ein kleineres, aber recht markantes Moment im eigenen Haushalt spreche für unsere momentane Finanzlage. Der Gasmann, beziehungsweise dessen städtische Monatsrechnung ist abgefertigt und beglichen. Kaum ist er draußen, erscheint der Elektrizitätsmann mit seiner Monatsanforderung. Weiterlesen

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Aus einem Urteil.

Es ist nicht möglich, dem Angeklagten mildernde Umstände zu bewilligen unter der Begründung, daß derselbe geisteskrank sei, da er es nicht in dem Grade ist, wie es das Gesetz verlangt.

(15. April 1923)

 

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Wiener Spaziergänge vom 1.4.1922.

Der Lenz zog ins Land, d. h. das schönste Aprilwetter, und Regenschirm und Galoschen feiern ihre haute saison. Nichtsdestoweniger sind die Märzveigerl im Prater und in Weidlingau programmgemäß eingerückt, allenfalls, derzeit vor dem Abpflücken mehr geschützt, dank dem  weisen Walten unserer Stadtväter, die die Straßenbahnfahrten an die Peripherie nur den bestsituierten Eltern und Kindern ermöglichten. Aber… bitter wollen wir diesmal nicht werden. Im Gegenteil! Es soll ja ein Frühlingsspaziergang sein nach schwerer Eisperiode des bösen, bösen Winters 1921-22… Und da, nach Versicherung der Regierung und des Magistrates just dieses Jahr zum „Jahr des Heils“ speziell prädestiniert ist, so wollen wir’s, hoffend und vertrauend, auch glauben. Auch einen reichen Kindersegen verspricht man sich ja de dato 1922. Die Sache hat viel für sich nach dem verflossenen längeren Fasching. Ganz abgesehen von den 5000 Ehen, die allein am Faschingsonntag geschlossen wurden. Auch von der Frühjahrsmesse verspricht man sich einen einschlägig höheren Erfolg. Sorgsame Hausfrauen haben eben der bevorstehenden Mietzins- und Wohnbausteuer regulierend entgegengestrebt, und die Konsequenzen solch begreiflicher Tätigkeit äußern sich eben verschiedenermaßen. Jedenfalls hoffen wir das Beste. Auch jetzt, da die hohe Preissteigerungszeit der Messe vorüber und eine weitere lokale Wurzung wohl ganz unmotiviert erscheint. Nur eine Bitte hätten wir an unsere Staats- und Stadtlenker: „Hörts’ endlich mit Eurer Tarifhilfe auf!“ Gott schütze uns vor diesen Freunden! Vor unseren Feinden werden wir uns schon selber schützen. Nach dieser Zitatszitierung genug des Raunzens. Weiterlesen

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Österreichs neue Verfassung.

Österreich zerfällt in einzelne Länder und hat auch sonst das Recht zu zer­fallen.
Die einzelnen Länder haben das Recht, die Bundeshauptstadt ver­hun­gern zu lassen.
Zum Besuch und zum Sprengen von Versammlungen wird die Bundes­armee auf­gestellt.
Der Kanzler hat die Aufgabe, im Aus­land wegen der nötigsten Lebens­mittel zu schnorren.
Die Richter haben die Aufgabe, Mörder und Diebe freizusprechen.
Da die Polizei noch halbwegs ihrer Auf­gabe entspricht, muß sie bald „kommunalisiert“ werden.

(14. November 1920)

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Frauen als Geschworene.

Nein, nein, ich bin nicht dafür,
Den Frauen da zu öffnen die Tür’ –
Ich sehe es immer gern,
Wenn sie der Verbrecherwelt sind fern.
Sie wären als Geschworene zu gut –
Drauf hätt’ ich geschworen mit kaltem Blut.

(1. August 1917)

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Fräulein Geschworene.

Zukunftsbilder: Ein geständiger Mörder sieht dem Wahrspruch entgegen. Sechs Geschworene sind für den Schuld­spruch. Sechs weibliche Geschworene bitten vorerst den Gerichtshof um Rechtsbelehrung: ob die entzückende Art, wie der Angeklagte die Krawatte gebunden hat, nicht doch als Milderungsgrund geltend gemacht werden könnte.

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Wahre Geschichte.

Vor einem Wiener Gericht wurde jüngst ein Angeklagter wegen Ehrenbeleidigung verurteilt, weil er jemandem das bekannte Zitat aus „Götz“ zugerufen hatte. Bei der Berufungsverhandlung erklärte er, daß dieses Zitat in seiner Gemeinde so landläufig gebraucht werde, daß es seinen beleidigenden Sinn vollkommen eingebüßt habe.

Eine Anfrage an das Bürgermeisteramt seiner Heimatsgemeinde brachte nachstehende Antwort: „Diese Äußerung enthält absolut nichts Beleidigendes und wird hierorts allgemein angewendet, um von einem Gesprächsthema unauffällig auf ein andres überzugehen.“

(3. Juni 1917)

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Eine Sensation.

In der Nacht zum 22. ds. wurden auf dem Wiener Nordbahnhofe 50.000 Memphis- und 60.000 Sportzigaretten gestohlen. Dadurch erfuhr man, daß es soviel überhaupt gibt.

(29. Oktober 1916)

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In eigener Sache!!

Die letzte Nummer des „Simplizissimus“ gibt uns Anlaß, endlich einmal eine Sache anzuschneiden, die uns schon lange auf dem Herzen liegt.

Die „Wiener Caricaturen“, über deren Verbreitung – besonders in Deutschland und Österreich-Ungarn – zu reden wir für überflüssig halten, scheinen auch von Berufsschriftstellern und „gelegentlichen“ Mitarbeitern an Witzblättern mit großer Aufmerksamkeit gelesen zu werden. Unzählige Male haben wir Scherze, nicht etwa aufgeflatterte, kolportierte und hier zuerstveröffentlichte, sondern Original­witze und Pointen, die in unserer Redaktions-Retorte gebraut wurden, später, geraume Zeit nach dem Er­scheinen in anderen Witzblättern repro­duziert gefunden. So ist der Text zu dem Bilde „Am Isonzo“ (Nr. 21 des „Simplizissimus“) vor sechs Wochen in den „Wiener Caricaturen“ gebracht worden. Weiterlesen

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An das P. T. Publikum.

(Nach berühmtem Muster.)

Infolge unserer weitestgehenden Be­mühungen ist es uns gelungen, dem Kol­por­tage-Unfug, der mit unseren Pointen und Witzen ge­trieben wird, stets neue Nah­rung zuzuführen. Wir machen jedoch darauf aufmerksam, daß jeder­mann straf­fällig wird, der kolportiert, ohne dabei die Quelle, unser Blatt, zu nen­nen. In einem uns bekannt gewordenen Falle haben wir die Behörden veranlaßt, den Schuld­tra­gen­den sofort in das serbische Heer ein­zureihen. Wir hoffen, daß diese drako­ni­sche Maßregel, zu der uns nur die äußer­ste Gegenwehr gezwungen hat, nicht wie­der­holt werden muß.
Die Redaktion der „Wiener Caricaturen“.

(20. September 1914)

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Serbische Schutzengel.

Die erste Tat des neuen Polizei­prä­si­den­­ten von Wien nach seinem Amts­antritte war, daß er die ser­bische Fahne gegen die Erregung der Wiener Bevöl­ke­rung schützte, daß er patriotische An­samm­lungen nicht duldete und in die Leute hineinreiten ließ, welche das Kaiserlied san­gen. Sogar Trauer­fahnen sind am Tage des Begräbnisses des Erzherzogs kon­fisziert worden.

Es hätte nur noch gefehlt, daß sich Baron Gorup zur Unterstützung der Wie­ner Wachmannschaft eine Menge Gen­dar­men aus Sarajevo kommen ließ, die sich gegen die Wiener Bevölkerung sicher­lich ausgezeichnet bewährt hätte.

(12. Juli 1914)

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Daktyloskopie.

Die hervorragendsten französischen Maler werden in Zukunft alle ihre Werke neben der Unterschrift mit einem Dau­men­abdruck ver­sehen, damit dem Fäl­scherwesen entgegen getreten werde. Nur die Futuristen bilden eine Ausnahme; sie wollen nicht unterschreiben, sondern überhaupt nur Dau­men­abdrücke malen.

(15. Februar 1914)

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Der Redl-Führer.

Ungedrucktes von unserem Spezial­-Spion.

Die Spionage-Systeme, welche in der Redl-Affäre seitens der Presse an­ge­wendet wurden, ent­behren der prägnanten Dar­stellung ebenso wie neu­er Details. Ich möchte – allerdings auch aus Hunger nach Gold, in Form von Zeilenhonorar – einiges hie­zu ergänzen.

Vor allem: die Zustände im General­stab sind nicht russisch, sondern gera­dezu – antirussisch. Nur wer Warschau kontrolliert, konnte genau da­von unter­richtet sein, wieviel Geld von dort zu holen ist. Armes Österreich! Der Konsul Schukowski bietet 50.000 Kronen an, während Hötzendorf bloß seine Demission an­bietet. Weiterlesen

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Die verbotenen Brownings.

Das Ministerium des Innern hat die automati­schen Taschenpistolen ver­boten, die weniger als 18 Zentimeter lang sind, und einige Journale erheben deshalb eine bewegliche Klage. Denn ihre Spalten werden von Waffen­fabriks-Inseraten (18 Milli­meter Breite Mindestausmaß) ge­­füllt, und nun gäbe es kein Repetieren und kein „Mausern“ mehr. Damit ist eine ganz neue Art „Revolverjournalistik“ hart betroffen worden.

(9. Juni 1912)

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