Schlagwort-Archive: Kunst&Kultur

Weltspiegel vom 1.6.1925

Wien war, ist und bleibt die erste Theaterstadt des Erdballs. Ich möchte sogar behaupten: Ein jeder richtig gehender Wiener hat von Geburt aus Theaterblut in den Adern, und wer im mindesten daran zweifelte, der hievon wurde erneuert aufs Kräftigste überzeugt, alldieweil es im wunderschönen Monat Mai in unserer Staatsoper derart spuck-nicht spukte, daß die Folgeerscheinungen der Katastrophe von den hohen Brettern bis in das freundlichste Familienleben zersetzend eindrangen. Kein Spaß! „Die Jeritza.“ – „Die Orsowska“, ertönt der Feldruf noch heute in manch friedlichem Heim. Die besten Freunde gerieten in Zwiespalt und so manche Partie ging rettungslos auseinander, weil er es der unerreichbaren Jeritza zum Vorwurf machte, daß sie – gleich dem Mädchen aus der Fremde – uns nur im Frühjahr die kostbaren Gaben darbot, die uns die energische Gegnerin berufs- und wienfreundlich in Permanenz gewährt. Weiterlesen

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Theater – vom 1.6.1925.

Deutsches Volkstheater.  Nach Pallenbergs selbstredend durchschlagendstem Gastspiel bescheerte uns das Volkstheater eine Neuinszenierung von Apels heiterem Spiel „Hans Sonnenstössers Höllenfahrt“ in vorzüglicher Besetzung. Thomas MannsFiorenza“, GrabbesNapoleon“ und NestroysEulenspiegel“ bilden den glänzenden heurigen Abschluß des vornehmen Repertoires der trefflichen Sprechbühne. Weiterlesen

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Inserate.

Die Schönheit des Weibes

Prima-Fotos nach der Natur

Preislisten, Miniaturen, direkte Wahl gegen Voreinsendung eines Betrages.

Vorm. O. Schmidt in

Wien, XII/2, Hetzendorferstraße 131.

(1. Juni 1925)

 

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Weltspiegel vom 1.5.1925

Also, die Republik Österreich ist und bleibt das enfant gatée des Völkerbundes, respektive der Kulturwelt, die durch diesen Bund m. b. H. vertreten wird, und wer es nicht glaubt, der lese nur die englischen und amerikanischen Blätter. Dies umsomehr, als er es nur solcherweise von London und New-York erfährt, was für Spartaner wir Wiener eigentlich sind und frohen Mutes wir unsern von unsern internationalen Helfern gezüchteten Dalles und dessen Konsequenzen zu ertragen dressiert wurden. Weiterlesen

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Theater – vom 1.5.1925.

Deutsches Volkstheater.Gats“ Dichtung von Georg Kaiser. Gats ist ein, die Fortpflanzung verhinderndes, den Geschlechtgenuß vermehrendes Pulver. Der Entdecker, ein Humanist, will mit dessen entsprechenden Gebrauch, das minderlebenswerte Individium ausrotten. Beim eigenen, von ihm vergötterten Weibe angewendet, erleidet er Schiffbruch. Sie, die sich nach dem Kinde sehnt, übergibt ihn dem Gerichte. Gespielt wird glänzend. Neben Hadank und Frau Markus, Frau Putzmann und die Herren Duschinsky und Strauß vortrefflich wie Dr. Beers sachverständige Regie. Weiterlesen

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Inserate.

Erstklassiges großes Klublokal zu vergeben.

Wiener Radio-Café
Zieglergasse 83 Ecke Lerchenfelderstraße

Telephon 30586

(1. Mai 1925)

 

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Inserate.

Hallo! Hallo!

Hier Radio Wien auf West-Wiens gemütlichster Vergnügungswelle

Wiener Radio-Café
Zieglergasse 83 Ecke Lerchenfelderstraße

Angenehmster Familien-Aufenthalt. Im westlichen Häusermeer das lauschigste Plätzchen. Kommt und schaut!

(1. Mai 1925)

 

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Weltspiegel vom 1.4.1925

Gibt es etwas Undankbareres als diese Entente? Vom frühen Morgen an, beziehungsweise 11 Uhr vormittags bis – oft genug – in die Mitternacht senden wir ihnen „Hallo, Hallo! Hier Radio Wien“ eine schier unendliche Perlenkette, das Beste, was deutsches Wort und Sang seit Jahrhunderten schuf, auf „Welle 530“ eifrigst, unermüdlich zu – nach London wie nach Paris, nach Rom und Kopenhagen… Das Echo aber?… Wir fühlen die Wassersuppe, die sie uns als Revanche in Genf auskochen, in allen Gliedern, vor allem aber in dem eine bessere Kost erhoffenden Magen. Verzeihung für diese problematische Blumensprache; aber, wird man immer wieder aufgefordert, sich den kurzen Leibriemen noch enger zu schnallen, dann geh’n auch dem wohlgemutesten Dichter die Frühlingslieder aus. Aus dem Weltspiegel, in den er forschend hineinblickt, sieht ihm ja nur immer wieder ein unterernährtes Antlitz entgegen, das es anscheinend noch immer nicht begreift, daß die nun das dritte Jahr währen de Hungerkur eine „Sanierung“ des armen Kleinösterreichs bedeuten soll. Eine verrückte Welt, in der die Menschlein rein darauf erpicht erscheinen, sich das ohnedies so kurze Dasein so schwer als möglich zu machen. Der einzig schöne Moment unseres heiligen Jahres erschloß sich dem begeisterten Blick, Ohr und Herzen bei dem „Gschnasfest“ im Wiener Künstlerhaus. Wahrhaft, nur phantasiereiche Künstler von Gottes Gnaden vermögen es, die irdische Wirklichkeit mit so goldenem Humor zu färben, daß an vor eitel Licht und Glanz, Lebenslust und –freude die dunkle Wirklichkeit in alle Regenbogenfarben getaucht sieht und empfindet. Leider nur eine Nacht in den zurückgelegten und noch bevorstehenden und noch problematische Tagen im Jahre des Heils 1925. Weiterlesen

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Theater – vom 1.5.1925.

Moissis Gastspiel im Deutschen Volkstheater verdanken wir die Bekanntschaft mit Pirandellos feinfühliger Komödie „Die Wollust der Anständigkeit“. Moissi stattet diesen gekauften Ehemann mit fragwürdiger Vergangenheit und sittlicher Strenge, die ihn auch schließlich die Zuneigung der Pseudogattin finden läßt, mit all dem großen einzig ihm eigenen Können und Empfinden aus. Hier wieder ward seine Darstellung zum dramatischen Ereignis. Zu NestroysDie schlimmen Buben“ gehört vor allem der dem Reichsdeutschen unerreichte Wiener Dialekt. Dr. Beers Inszenierung – sachverständig wie stets bis ins kleinste Detail – verdient spezielles Lob. Weiterlesen

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„Hallo! Hallo! Hier Radio Wien“

Wien’s Hochburg. Sieh! Von deren höchster Stelle
Herab im Sonnenglast ein Schimmern, Glühn,
Der Ursprung der Fünfhundertdreißiger Welle,
Die Quelle des „Halloh! Hier Radio Wien!“

Und von des Prachtbaus steilen Hochantennen
Mit einem Schlage durch den Weltraum weit
Der Widerhall von Wiener Kunst und Können
Das, unerreicht den Weltruf uns verleiht.

Horch! Einz’ger, erster, unsterblicher Meister
Vollendet vorgetragene Harmonien,
Beethovens, Schuberts, Strauß und Mozarts Geister,
Die ewig „unsern“ sinds. „Hier Radio Wien.“

Der Erdball lauscht. Weithin durch alle Lande
Tönt’s lieblich, lockend, symphonienreich:
Noch lebt die schöne Stadt am Donaustrande,
Groß in der Kunst das kleine Österreich.

Noch spendet sie, die alte Stadt der Lieder,
Dem Erdenrund die reichsten Melodien;
Nur eins vergißt nicht, reiche Erdenbrüder:
Zu Füßen der Antenne hungert Wien.

N. Ada Sixtus.

(1. April 1925)

 

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Theater – vom 1.3.1925.

Moissi im Volkstheater als „Graf von Charolis“; er spricht nicht, er singt nach seiner Art das unsterbliche Lied der Liebe an der Leiche einer Frau, die ihn so schnöde verraten, – zieht sie (Annemarie Steinsieck) in seine Art und Sphäre, Josef Klein als Vater und Präsident tief ergreifend. – Jede der übrigen Rollen glänzend besetzt: Ziegler, Homma, Duschinsky, Loibner, Edthofer und Baumann. Ein Prunkabend im vornehmen Repertoir unserer ersten Sprechbühne.

Das Theater an der Wien feiert endlich sein, das heißt Ernst SteffansMilliardensouper“, zu dem Willner und Kottow den entsprechenden Text schrieben. Ganz zeitgemäß: der junge Steuerbeamte, der einem milliardenschweren Schwiegerpapa in spee im chambre separee mit der schließlich – selbstredend Legitimen – den Steuerzahlungsauftrag präsentiert. Hiezu eine ganz prickelnde Tanzmusik, obwohl im Walzertakt, als im Venedigshimmy und Bubikopffoxtrott. Betty Fischer und Elsie Altmann als prächtige Pendants. – Karl Bachmann auch diesmal ganz vortrefflich – für das hochdrollige König, Waldemar und Matschek. Hiezu Marischkas unfehlbare Regie – eine selbstredend brillante Ausstattung – als Spielleiter die bewährten Otto Langer und Vinzenz Kaiser. Das Theater an der Wien zählt abermal um eine Jubiläumsoperette mehr. Weiterlesen

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Wiener Spaziergänge vom 1.2.1925

1925, das heilige Jahr, hielt seinen Einzug, und Christ wie Jud’ erfuhr aus den Tagesblättern, daß speziell aus unserem „Landel“ manch’ Wallfahrt nach Rom geplant ist, und die Ravag brachte bereits in den beiden letzten Wochen des Vorjahres fünf Abende und Nachmittage einen Vorgeschmack mit Kirchen-Kloster- und Kindergesängen, die für den Gläubigen gewiß anmutig anzuhören waren und an denen nur das eine auszusetzen war, daß die, nebst einigen Chören und Vereinen der äußeren Bezirke, angekündigte Staatsopernsängerin verhindert war, mitzusingen. Es liegt uns, als harm- und parteilosen Witzblatt, jederzeit fern, und ist ja nicht allein unstatthaft, sondern abgeschmackt, konfessionelle Probleme zu erörtern – hiefür haben wir ja unser Rathaus und Parlament… aber – nur eine unwillkürliche Ideenassoziation: Wie wäre es, wenn sich etwas die mosaischen Abonnenten, und diese bilden ja nahezu die Hälfte, der Ravag an diese mit dem Antrag wenden würden, von Zeit zu Zeit auch Tempelgesänge als Abendprogramm dem Repertoire einzuverleiben? Besitzt doch bekanntermaßen just Wien die geradezu besten Tempelsänger und –chöre auf Erden. Also, der ergebenst Gefertigte – auch er verbringt seine Abenden unter einem Netz von Drähten, die ihn mit kaum geahnten akustischen Genüssen verbinden – also ich selbst sehne mich ebenso wenig nach chronischem Kirchen- als Tempelgesang, ich meine vielmehr, daß die in jedem Sinne hohe Leistung des Wiener Radio endlich wissen müßte, für welche Darbietungen überhaupt Versender und Hörer – zumindest bis heute – mehr oder weniger geeignet scheinen. Also für Kammermusik weniger, desgleichen für gemischte Chöre, weniger für Sopranstimmen, am besten für das gesprochene Wort, Männerstimme in allen Tonlagen, Solovortrag von Streichinstrumenten, grundsätzlich aber nur für melodiöse, ins Ohr gehende Musik, am allerwenigsten aber für Klaviervorträge. Nun, wie Gott will! Und, durch Schaden wird man klug. Herr Silving ist nicht nur ein famoser Musiker, sondern auch ein ganz guter Geschäftsmann. Er wird schon machen. Mehr Besorgnis flößt uns in letzterer Richtung Herr Breitner ein. Daß er sich just diese Gelegenheit entgehen ließe, um auch seinen permanent wachsenden Radio-Schab zu machen, erscheint uns steuererfahrungsgemäß „sehr diskutabel“. „Vederemo!“ sagte der blinde Italiener. Weiterlesen

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Theater – vom 1.2.1925.

Deutsches Volkstheater. „Sie selber nennt sich Helsinge“, eine ernsthafte Komödie von Wilhelm Stücklen – Wandlungen einer zwischen drei Amateuren schwankenden Frauenseele. Der erste Liebhaber verübt Selbstmord – vor seinem Tode bezichtigt er den vermeintlich Bevorzugteren des Mordes. Erst dadurch aber gewinnt er an Wert bei ihr, dem Angriffsobjekt. Die schafft ihm ein Alibi, erklärt, daß der Beschuldigte zur Zeit des Mordes bei ihr war. Der so zum Hahn im Korbe Gewordene jedoch wird von dem dritten Liebhaber als Nichtmörder entlarvt; seine- Nimbus beraubt, fällt Helsinge in die Arme des dritten. Traute Carlsen ist entzückend, das Verehrerterzett Feldhammer, Edthofer und Baumann – auch Homma als patenter Polizeikommissär brillant – Emmy Förster eine patente Generalin von anno dazumal und Wolf Kersten ein verliebter Diener, Muster Wedekind. Ein trefflicher Abend. Weiterlesen

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Theater – vom 1.1.1925.

Die Niese im Deutschen Volkstheater, und das in einer Glanzrolle eines amüsanten Lustspiels „Der Weinberg des Herrn“ von de Flers und de Croisset. – Über alles Überpfeffert-Französische gleitet die hohe Kunst unserer besten Charakterdarstellerin, ihr immer zugreifender und treffender Humor bewältigt die flagrantesten Momente, doch auch die menschlich ideellsten. Mutter zweier illegitimer Töchter, beherrscht sie nur ein Streben, die Töchter „anders“, das heißt, an den „effektiven Gatten“ zu bringen. Man lacht und weint mit ihr, wie man es seit Jahrzehnten getan. Neben ihr eine ganz treffliche Garde: Lina Loos, Traute Carlsen, Margarethe Köppke, Lackner und Hans Jaray. Wieder einmal griff Direktor Beer ins volle Menschen- und kräftigste Wiener Künstlerleben: Die Niese spielt im Volkstheater! Weiterlesen

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Wiener Spaziergänge vom 1.1.1925

Jede deutsche Großstadt – und in künstlerischer Hinsicht ist und bleibt Wien doch immer wieder das Capua der Geister – hat neben ihrem Museum und dergl. auch ihre Künstlerstüberl, und just dort trifft man unerwartet auf Schätze, die für den Liebhaber dasselbe bedeuten wie für den Forscher eine Tutankamensche Graberschließung. Jeder Wiener kennt das alte, gemütliche Café Stadtpark, den wenigsten dürfte es bekannt sein, daß ein Nebenstüberl dieses beliebten Grand-Cafés eine Musterkollektion heiterster Originalgemälde der Künstlerzunft „Die Hand“ birgt, die für den Kenner eine Sehenswürdigkeit ersten Ranges bedeuten. Bekanntlich vereint „Die Hand“ „just ein Dutzend“ namhaftester Wiener Maler und Bildhauer in ihrem Bunde, die sich hier auch als Meister der Karikatur glänzend bewähren und uns in heit’rer Betrachtung über ein Stündchen unseres jetzt meist trüberen Daseins hinweghelfen… Und nebstdem – „gratis“ – in unseren gegenwärtig ach so teuren Tagen. Weiterlesen

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Theater – vom 1.12.1924.

„So ist es… ist es so?“ Pirandellos Schelmenstück im Raimundtheater. Diese, ein Provinznest narrenden, schlauen, einander des Wahnsinns beschuldigenden Philosophen zwischen ihnen und ihrem Auditorium – die iedealmisteriöse „Allegorie der Wahrheit“ finden in Frieda Richard, Willi Schmieder und Herrn Neugebauer brillante Vertreter und Repräsentanten dieser, im Karrikaturgewande „so ergreifend wirkenden Typen“. Ein ganz vorzüglicher Abend unter Ernst Hommas zielsicherer Führung. Die Uraufführung von WedekindsDie Kaiserin von Neufundland“ wurde in bekannt trefflicher Besetzung und Regie neuerdings zur beispielgebenden Darstellung dieser vornehmen Sprechbühne. Weiterlesen

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Wiener Spaziergänge vom 1.12.1924

Es war einmal – erzählt die Mär – ein Capua der Geister, eine Stadt der Lieder am schönen blauen Donaustrand. Das war einmal, und daran erinnern sich jene Wiener, die zumindest ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel haben, die noch heute mit stiller Wehmut und auch Dankbarkeit für das gütige Geschick, das sie noch die Blüte der Hofbühnen und des Wiener Männergesangvereins miterleben und –genießen ließ. Die Zeiten haben sich geändert, Das Burgtheater – traurig aber wahr – steht heute überhaupt nicht mehr an erster Stelle der Wiener, geschweige denn deutschen Sprechbühnen; die Staatsoper jedoch ist – verzeihen Sie das harte Wort – zum Starhäuschen geworden, dessen seltensten Vögel ihre kostbaren Töne nur ausnahmsweise am Opernring, zumeist aber jenseits des großen Wassers in den valutastarken „Vereinigten“ ertönen lassen. Wien, die musikalische Hochburg, steht vor der permanent akuten Gefahr, sein zweites – das Opern-Volksheim zu verlieren… Hier aber wieder ist es die Schlange der Lustbarkeitssteuer, die sich erstickend um die Lebensfähigkeit all dessen windet, was eben Wien vorher zum geistigen und künstlerischen Mittelpunkt der gesamten Kulturwelt machte. Weiterlesen

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Theater – vom 1.11.1924.

Deutsches Volkstheater. Bernhard Shawes „Die heilige Johanna“. Frau Steinsieck in der Titelrolle – bedeutet wiederum, daß sich – laut Repertoir und Darstellung – das Deutsche Volkstheater an Spitze der Wiener Sprechbühnen stellte. Ein hoher Kunstgenuß ist es, das  – realistisch, stellenweise hochsatyrische Zeitbild Shawes – Schillers idealem Pendant –  entgegenzustellen. Die Erstaufführung gestaltete sich auch zu einem hervorragenden Wiener Bühnenereignis. Weiterlesen

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Wiener Spaziergänge vom 1.11.1924

„Schuster, bleib bei deinem Leisten“ oder „Man soll nicht extemporieren“. Der ergebenst Gefertigte schrieb – und dies unter seinem effektiven Namen – an Spitze dieses Blattes in der letzten Nummer an Stelle der eingebürgerten „Wiener Spaziergänge“ einen – wie nennt man es doch? – Kunstartikel. Er wird es nie wieder tun. Die schlichtesten anzüglichsten Witze verzeiht man einem Professional-Humoristen, aber – wehe ihm! – greift er einmal, statt mit satyrisch gespitzter Feder, mit derberer Faust in ein unantastbares Wespennest“… Weiterlesen

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Theater – vom 1.10.1924.

Das Deutsche Volkstheater eröffnete mit Jaques Devals Lustspiel „Ein schwaches Weib“ die Wintersaison: Arlette, die pikante Witwe, die im Seelenkampfe zwischen Henri, dem Positiven, und Serge dem Lyriker – heute den einen und morgen den Andern beglückt – welch niedlicher Vorgang von Frau Steinsieck sowie den Herren Shall und Edthofer aufs Amüsanteste verkörpert wird. Franz Langers Volksstück „Das Kamel geht durch ein Nadelohr“ hat vornehmlich den Vorzug, Frau Glöckner und Fräulein Keller, vor allem aber Herrn Kirschner recht dankbare Rollen in einer mehr allenfalls mehr rührsamen als logischen Geschichte zu verleihen. Weiterlesen

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