Schlagwort-Archive: Luftfahrt

Richthofen †

Der deutsche Fliegerheld
Liegt tot nun auf dem Feld
Uns ward darob das Herz so schwer,
Es trauert jeder Mann von Ehr’.

Er fliegt nicht mehr hinauf
Zu neuem Siegeslauf,
Doch, mag er auch nicht mehr siegen,
Sein Fliegerruhm wird nie verfliegen.

(1. Mai 1918)

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Wochenkinematograph vom 31.1.1915

„Zeppelin flieg’!“ ist jetzt ein deutsches Kinderliedchen geworden, und auch mancher Neutrale schmunzelt jetzt, wenn er Englands Angst vor deut­schen Luftschiffen vor Augen hat. Man hat endlich ein Mittel gefunden, die britischen Seeräuber zu kitzeln, und sie dürften bald klein beigeben. Die Luft und ihre Gefahren hatten sie ganz vergessen, und so ent­schlos­sen sie sich, die Gründe zum Krieg aus der Luft zu greifen.

Jetzt genießen sie die Früchte in Ge­stalt von Luftbomben. Natürlich schreien sie jetzt, das Völker­recht sei verletzt, doch werden die Völker uns recht geben. Ein Bandit steht außer­halb der Rechts­gemein­schaft.

*

Rußland braucht Geld und droht deshalb mit einem ehrenhaften Separat­frieden. Die Westmächte sitzen dem dummen Lümmel auf, als ob dieser wirklich den Separat­frieden in der Tasche hätte, und gar einen ehrenvollen. Allerdings kennen wir den Ehrenstandpunkt des Moskowiters nicht ganz genau – am Ende ist für ihn jeder Friede ehrenvoll.

*

Eigentlich ist das, was die russischen Drahtzieher wünschen, doch nur Geld, und sie haben den Krieg nur angezettelt, um dabei zu verdienen. Weiterlesen

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Aviatische Fortschritte.

Die Amerikaner: „Wir haben den ers­ten Vogel­menschen Wright ge­boren!“

Die Deutschen: „Wir haben Passa­gier­­fahrten mit Zeppelin-Ballons!“

Die Franzosen: „Wir haben den Gnome-Motor erzeugt, den Ärmelkanal, Europa, den Weg übers Mittelmeer über­flogen!“

Der Österreicher: „Wir haben das Kreß-Denkmal in Tullnerbach ent­hüllt!“

(12. Oktober 1913)

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Der Passagierflug

ist in Frankreich nicht nur zum be­liebtesten Sport der Herren, sondern be­sonders auch der Damen geworden. Die Modeköniginnen drängen sich zu den Aeroplanen, und die Herren bilden ein begeistertes Publikum. Wie würde dessen Zahl erst anwachsen, wenn Bleriots neuer kippsicherer Appa­rat allgemein in Betrieb gesetzt wird! Frauen, die mit dem Kopf nach unten fliegen – Fernstecher und Zeichner, an die Front!

(21. September 1913)

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Neue Flugrekordpreise.

1. Preis für einen Flieger, der den Radetzky dort auf­sucht, wo er „oba­schaut“.

2. Preis für einen Flieger, der sich so lang in der Luft hält, bis ein Tele­fon­abon­nent eine gewünschte Verbindung er­hält.

3. Preis für einen Flieger, der im Stan­de wäre, den österreichischen Par­la­men­taris­mus zu heben.

(29. Juni 1913)

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Flugfeld-Humor.

  • Bielovucic und Bielohlawek. Wer ist geschickter von den beiden „Bielo“? – Der Bielohlawek; der Bielovucic ist im freien Feld geflogen, der Bielohlawek aber sogar in einem Stubenviertel.
  • Im Aspern-Cafe. „He, Sie, Kellner! Warum brin­gen Sie kein Gebäck? Ich möcht’ was zum Ein­tun­ken haben.“ – „Bitte sehr, bitte gleich wird Ihnen der Garros ins Schalerl einifallen!“
  • Shocking! „Diese Franzosen haben keine Le­bens­art. Nach dem Derby ist doch jeder Zylinder ver­pönt und die Kerls haben – Zehnzylinder.“
  • Ursache und Wirkung. Der Stanger, der Molla und der Nepallek erleiden Rißquetschwunden im Ge­sicht und die –Journalisten schreiben dann ge­schwollen.

(29. Juni 1913)

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Flugepilog.

Tausende Automobile sind unter Ent­wicklung schlech­ter Gase auf der engen Stadlauer Straße ge­saust; das „Derby der Lüfte“ hat also schon vor Aspern statt­gefunden. Welche Type wird gewinnen? frug man und sah, daß die einfachen Flü­gel die meis­ten Chancen hatten, während die durch den Sturz abge­bogenen höchs­tens als „Neukonstruktion“ Beachtung fan­den. Auch sonst gab es Novitäten: man sah weibliche Piloten, die nicht flogen, und schönere Zuseherinnen, auf die man flog, weiters einen Zusammenstoß zwi­schen dem Komitee und Molla und zwi­schen mehreren Dampftramway-Passa­gieren. Die militäri­sche Präzision des k. k. Offi­ziers­ge­schwa­ders erregte leb­haf­te Bewunde­rung; Kommandant Uzelac ließ zuerst Buketts, dann seinen eigenen Apparat zu Boden fallen. Bregi, Stanger, Widmer und Frau Palliers gewannen so viele „Prämien“, daß sie sogar für das Geld die Heim­reise antreten konnten.

Den tiefsten, bleibenden Eindruck hinterließen: Die „Taube“ von Etrich, die „Möwe“ von Lohner und der schwarze „Reiher“, den Frau Wittels zu ihrer Gar­de­robe trug.

(29. Juni 1913)

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Zeppelin in Wien.

(Erlauschtes.)

– Warum der Luftgraf um 24 Stunden früher nach Wien geflogen ist, als man dachte?
= Er hat wahrscheinlich mit einem Tag aus­glei­chen wollen, weil er gehört hat, daß Österreich hinter der Zeit zurück­geblieben ist.

„Sie, da schaun S’ her! Der Mensch dort oben im Ballon macht doch alles un­se­rem Doktor Stein­wender nach! Er führt ununterbrochen über dem Lande Steuer­manöver auf!“ Weiterlesen

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Wochenkinematograph vom 15.6.1913

Der deutsche Kaiser hat die einzige Tochter verheiratet und feiert nun auch das fünfundzwanzigjährige Regierungsjubiläum. Wir gratulieren ihm herz­lichst als dem allverehrten Bundesgenossen unserer Monarchie und dem machtvollen Schirmherrn des Friedens.

Auch die Vertreter der Tripelentente haben sich bei der Hochzeitsfeier mit herzlichen Grüßen eingestellt und somit ist nur zu wünschen, daß Kaiser Wilhelm alljährlich irgend etwas feiert, damit in Europa eine freundliche Stimmung herrscht.

Da er noch viele Kinder hat, kann jede Hochzeit nun ein Friedensjahr be­deuten. Und wenn so einige Jahre Ruhe herrscht, gibt’s dann gar keinen Krieg mehr, da bis dahin die Völker durch die Rüstungen erdrückt sein werden.

*

Unser Bundesverhältnis zu Deutschland verträgt jede Belastungsprobe und ist jetzt als absolut widerstandsfähig dargelegt worden, nämlich durch den Verlauf des Wiener Derby. Weiterlesen

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Aviatisches.

Am besten eignen sich für Aviatik Aristokraten, weil sie sehr gerne alles von oben herab ansehen.

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Sehr tüchtig werden im Flugfach die Wiener Liberalen sein, weil sie seit jeher gewohnt waren, keinen festen Boden unter den Füssen zu haben.

(16. Juni 1912)

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Wochenkinematograph vom 12.5.1912

Frankreich fliegt!

Hoch fliegen Frankreichs Aviatiker, noch höher aber fliegen die Träume von La France, Träume vom kommenden kriegerischen Ruhm und viel­leicht von ­Revanche. Was von Frankreichs Erde vielleicht fehlt, soll durch die Luft gewonnen wer­den, England aber soll zu Wasser sein kriegerisches Feuer zeigen. Dann kann es wohl nicht fehlen, wenn alle vier Elemente, Wasser, Feuer, Erde und Luft mitarbeiten.

Möglich aber, daß diese Rechnung mit den Elementen elementare Irr­tümer aufweist.

*

Im Grunde täte aber Frankreich besser, statt an auswärtige Kriege zu denken, sich mit den Frieden im Innern zu beschäftigen.

Der Anarchismus, diese furchtbare Plage der romanischen Völker, wel­che die größte sogenannte politische Freiheit und die bedeutendste Anzahl von An­alphabeten besitzen, wütet grade jetzt in Frankreich am stärksten und setzt beinahe die gesamte bewaffnete Macht in Be­wegung, wobei zu den stärksten Kriegs­mitteln gegriffen werden muß. Wegen eines Anarchisten wird ein ganzer Stadtteil in die Luft gesprengt; man kann sich nun ausrechnen, wie lange die Stadt bestehen kann.

Ähnlich, wie der Bankier Feigeles berechnet hat: „Meine Frau nimmt in Karlsbad alle Jahr 10 Kilo ab, 100 Kilo wiegt sie – also dauert es nur mehr zehn Jahre.“

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Eingeordnet unter Ausland, Wochenkinematograph

Am Flugfeld in Aspern

werden Hangars errichtet, welche ge­gen die Feuers­gefahr alle möglichen Sicher­heiten bieten. Wie jedoch der „Mor­­gen“ zu melden weiss, sind die­se Bau­­ten so gehalten, dass sie alles „für die Feuers­gefahr“ vorgekehrt haben! Man verständige also au­gen­blicklich die kom­petenten Behörden hievon!

(14. April 1912)

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Im Aeroplan.

(Berichte aus der Vogelschau.)

 Mit meinem Zweidecker erhob ich mich gemäß Ihrem Auftrag von Wien aus, um den Flug über Europa und Vor­orte anzutreten. Ich fand die Atmosphäre über Wien elektrisch geladen und glaube, daß bald ein Gewitter nieder­gehen wird, etwa in der Nähe des Rathauses. Wien sieht von der Vogelperspektive sehr schön aus. Man sieht nicht den unterwühlten Boden, son­dern bloß die Prachtbauten am Ring. Es ist ein großes Glück, daß man das Looshaus vom Kohlmarkt nicht sieht.

In wenigen Stunden flog ich über die Alpen nach Italien. In der Luft findet man sehr viele Siege; zumindest sind alle Siege, welche Italien mel­det, aus der Luft gegriffen. Der Vesuv rauchte stark; er dürfte italienische Regiezigarren rauchen, wo­raus sich sein heftiges „Speien“ erklären lassen dürfte. Weiterlesen

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Wochenkinematograph vom 23.10.1910

Persien, das Land des Sonnen- und Löwenordens, in welchem nie die Son­ne aufgeht und die Krieger wahrlich keine Löwen sind, soll geteilt wer­den.
Rußland findet nämlich, daß in Persien keine Ordnung, kein ver­fas­sungs­mäßiges Leben herrsche und will das Land Firdusi’s mit der Knute beglücken.
England, welches jetzt an Rußland so lebhaften Anteil nimmt, will natür­lich auch bei der Verspeisung Persiens An­teil nehmen, und so nähert sich der Schah seinem Ende.
Uns Österreicher interessiert natür­lich am meisten, wer künftighin un­se­ren Kommerzialräten den Sonnen- und Löwenorden verleihen darf.
Wenn russische Beamte intervenieren müssen, wird die Sache viel teurer werden als bisher.

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Eingeordnet unter Ausland, Wochenkinematograph

Nachteile der Aviatik

Ein Aviatiker ist wahrlich nicht zu beneiden! Eine „alte Schraube“ muß ihm wichtiger sein als das hübscheste Mäd­chen, angesichts des Motors muß er sich „Anwürfe“ gefallen lassen, alles muß ihm „Luft“ sein, täglich muß er von neuem einen „Anlauf“ nehmen und bei all dem muß er auch an seinen endlichen „Nie­der­gang“ denken.

(28. August 1910)

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Regeln für Aviatiker.

– Heirate nur, wenn du eine Frau nicht nur auf Erden, sondern auch in den Lüf­ten erhalten kannst.

– Am besten ist es, die Menschen von oben herab anzusehen, sie ver­dienen nicht mehr.

– Lasse hie und da eine Bemerkung fallen, nicht aber deinen Apparat.

(17. Juli 1910)

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Unser erster Überlandflug.

Österreich hat nun einen Äroplan eige­ner Kon­struktion. Da es bekannt­lich immer um eine Idee zu­rück ist gegen an­dere Länder, muß diese Idee von der durch­messenen Flugbahn in Abzug ge­bracht wer­den. Betrachtet man diese, so wird man an die Anekdote von dem Rei­ter erinnert und möchte den Äroplan fra­gen: „Wohin gedenken Sie zu flie­gen?“ Der größte Vorteil des Pischof-Ap­parates scheint uns aber darin zu liegen, daß er be­kanntlich „mit Hilfe eines vor­gespannten Automobils beliebig weit transportiert wer­den kann“. Er ist somit der leistungs­fähigste und lenkbarste aller Äroplane!

(15. Mai 1910)

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Flugpreise der „Wiener Caricaturen“.

10.000 Kronen jenem österreichi­schen Flieger, der so hoch fliegt, daß ihm kein Steuerexekutor nach­kommen kann.

20.000 Kronen jenem Flieger, der in Wien an einem Punkte landet, der noch nicht nach Dr. Karl Lueger benannt ist.

30.000 Kronen jenem Flieger, der über den Donau­kanal fliegt, ohne jüdeln zu hören.

(8. Mail 1910)

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Die Luftkatastrophen.

Das sind keine Sportsmen, das sind Artisten,
Die sich mit Höhenrekorden brüsten,
Mit Todesstürzen dann überall
Den Fortschritt blamieren von „Fall“ zu „Fall“.
Es sind nicht Könner, es sind Dilettanten,
Die stürzen, ertrinken oder verbrannten.
Für diese gilt das Mahnwort vor allen:
„Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.“

(24. April 1910)

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Wochenkinematograph vom 31.10.1909

Blériot hat es leicht, berühmt zu werden; er gewinnt „im Fluge“ die Sym­pathien der Leute.

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Wenn in Österreich der Flug eingeführt ist, wird es das Erste sein, daß die Tschechen in die deutschen Gebiete Ausflüge veranstalten.

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Ein Flieger kann mit Recht stolz sein.
Er ist am ehesten befugt, auf andere Leute herabzusehen.

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