Schlagwort-Archive: Medizin&Wissenschaft

Inserate.

Eine Wiener Spezialität

Das Bestreben, vorzüglichen Rum zu bekommen, hat in vielen Kreisen die Selbsterzeugung desselben herbeigeführt. Ein vorzügliches Material in dieser Beziehung ist die in der „Krebsapotheke“, Wien, 1. Bez., Hoher Markt 8, erhältliche

„Rumkomposition“.

Diese entspricht sowohl hinsichtlich des inneren Gehaltes als auch der Güte und Schmackhaftigkeit allen Anforderungen, die an ein derartiges Präparat gestellt werden können.

(1. Februar 1925)

 

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Der boxende Arm.

Groteske von Frederik Boutet. Autorisierte Übersetzung von Gutti Alsen.

Unser Freund, der prahlerisch veranlagte Dr. Ganglion, der es besonders liebte, staunenerregende Geschichten zu erzählen, ist nach dreijährigem Aufenthalt in Amerika zurückgekehrt. Er, ich und drei oder vier andere Kameraden feierten vorgestern seine Rückkehr bei einem Diner. Als der Kaffee gereicht wurde, ergriff er das Wort: Weiterlesen

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Das ärztliche Problem.

Gepanzert stieg Held Hochenegg zu Roß
Und zog empört den blanken Ritterdegen:
„Was seid ihr für ein hundsgemeiner Troß,
Verehrte Wiener Ärzte und Kollegen. Weiterlesen

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Das Stadtphysikat

meldet, daß seit einiger Zeit der Gesund­heitszustand Wiens sich auffallend gebessert habe. Ob das nicht auf die vorzeitige Sperre der Apotheken zurückzuführen ist.

(13. Mai 1917)

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Die Edison’sche Vorrichtung.

Bekanntlich wird die phantastische Nachricht verbreitet, Edison arbeite an einem System, durch das die deutschen Torpedos auf elektrischem Wege abgelenkt würden. Alle Techniker Amerikas werden aufgerufen, sich an der Erfindung zu beteiligen.

Nichts einfacheres. Man nehme den humorvollen Juden aus der bekannten Anekdote an Bord eines solchen Schiffes. Ertönt der Ruf: „Rette sich, wer kann“, weil ein U-Boot feuert, so wird der Jude im Wasser so lang reden und reden und reden, bis der Torpedo durch den veränderten Wellenschlag aus seiner Richtung gebracht ist.

(13. Mai 1917)

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Inserate.

Gonoktein.

Hervorragendes Mittel gegen Ausluß, Blasenleiden. Seit vielen Jahren ärztlich verordnet und glänzend begutachtet. 1 Schachtel K 7,- zu haben in allen Apotheken oder im Hauptdepot:

St. Marcus-Apotheke
Wien III. Hauptstraße 130.

(6. Mai 1917)

 

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Reformen auf der Elektrischen.

Gespräch zwischen dem Bürgermeister und dem Straßenbahn-Direktor:
– So geht das nicht weiter, lieber Spängler ; wir haben einen Verkehrsskandal, der den in Deutschland noch übertrifft. Aber, wenn die in Berlin sich zu helfen wissen. Wir müssen mit unsrer Elektrischen den deutschen Verbündeten nachahmen!
= Tu’ ich ohnedies, Exzellenz. Meine Fahrgäste fahren alle Schulter an Schulter.
– Überdies müssen die Wiener möglichst direkt zu den Endstationen gelangen!
= Auch das. Man kann bei mir mit jedem Wagen garantiert zum Zentralfriedhof kommen. Umgestiegen wird nur auf der Rettungsgesellschaft. Weiterlesen

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Eine schöne Erholung.

Oh, du Kultur des 20. Jahrhunderts! Früher einmal hat man für Leute, die sich’s leisten konnten und nicht einmal ernstlich krank sein mußten ,,schwimmende Sanatorien“ geschaffen. Heutzutage wird ein Verwundeter auf ein Hospitalschiff gebracht, und die elenden Italiener torpedieren es an!

(4. Juni 1916)

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Der „Fletcherismus“.

Hier eine einfache Methode, um die Lehren des amerikanischen Arztes Doktor Fletcher praktisch ausführen zu können. Sie zielen bekanntlich dahin, durch ein rationelles Wiederkauen die Speisen im Munde zu einem nahrhaften Brei zu verwandeln.

Man nehme ein Stückchen Fleisch in den Mund und spreche zweimal die aktuellen Worte: „Interministerielle Approvisionierungskommission“. ­Der Speisebrei ist fertig.

(28. Mai 1916)

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Eingeordnet unter Kleine Scherze

Was ist das?

Wenn es Sommer wird und es geht nichts vor und überall ist Frieden und die Zeitungen haben keine Sensation und plötz­lich meldet einer, in der Nordsee wäre ein Tier gesehen worden, der gliche einer Boa constrictor und es wäre nichts daneben, – die sauren Gurken ausgenommen, – was interessanter wäre und nützlicher für Zeitung und Publikum?

Das ist die alte, die gute, die bewährte Seeschlange.

Und wenn es Frühjahr wird und der Krieg geht weiter und wieder haben die deutschen einen Dampfer versenkt und hundertmal wiederholen sie, warum sie das Recht dazu hatten, und wieder regnet es eine langatmige Note Wilsons nach der andern und wieder redet man von bewaff­neten Handelsschiffen und Protesten?

Das ist die alte, die gute, die ewige Unterseeschlange.

(2. April 1916)

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Die segensreiche Verwechslung.

Ein Professor hat, bloß weil sein Laboratoriumsdiener irrtümlich zwei Eprou­vetten (nämlich Anisol und Anisöl) ver­wechselt hat, die Entdeckung eines herr­lichen Spezifikums gegen die Läuseplage gemacht! – Aber auch uns sind schon vorher Fälle bekannt, wo ähnliche Irrtümer segensreichste Folgen hatten.

Einem hysterischen, modernen Hyper­musiker, der selbst Arnold Schönberg noch übertraf und der in einer Heilanstalt interniert werden mußte, ist dort, statt Brom der mehrstündige Genuß von Brahm zuteil worden. An der klaren, gesunden Kunst des Meisters genas der Komponist und ist heute ein ganz normaler Mensch.

Ähnlich erging es einem Deutschen, dem empfohlen wurde, heuer im Sommer nach Bayreuth zu gehen. Weiterlesen

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Die Naturlaute.

Frau Mandelbaum sieht ihrer schwe­ren Stunde entgegen. Man beruft den Frauen­arzt, und der Ge­burts­helfer betritt das Zimmer, wo er die Dame auf einem Fauteuil sitzend findet. Sie ruft dabei fort­während mit schmerzlichem Blick zum Himmel: „Oh, mon dieu! Oh, mon dieu!“
Der Pro­fessor hört das und meint be­gü­ti­gend: „Gnädige Frau; ich sehe, wir haben noch Zeit. Ich werde lieber morgen kom­men und nochmals nachschauen.“ –
Am Tage darauf hört der Professor, als er ihr Schlaf­zimmer betritt, wie Frau M. mit schmerz­li­chem Gesichtsausdruck schreit: „Oh, mein Gott, du lieber Gott, ach Gott im Himmel!“ –
Er stutzt einen Moment, lächelt dann und entfernt sich mit den Worten: „Ich sehe schon, es ist bes­ser, wenn ich erst heute Abend kom­me!“
Am Abend ist er wieder da, hört aber diesmal schon im Vorzimmer Frau Man­del­­baum, die durch die ganze Woh­nung jammert: „Gott über die Welt! Oi waih, waih geschrien!“ – –
Jetzt ist es Zeit!“ sagt der Professor lächelnd und geht zu der Frau hinein….

(5. Juli 1914)

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Die Pflasterkatastrophe

in Paris hätte sich bei uns nicht er­eig­nen können. Erstens kann das Pflas­ter nicht einsinken, weil es gewöhnlich in Form von Granitwürfeln noch unver­wen­det auf der Straße liegt. Zweitens können gepflasterte Straßen nicht ein­stürzen, weil doch die Untergrundbahn noch nicht ge­baut ist. Drittens ist kaum Gefahr vor­han­den, daß jemals Menschen in Wien dies zustoßen könnte. Denn bis die Unter­pflasterbahn gebaut ist, sind Regengüsse nicht mehr aktuell, weil dies erst zu einer Zeit geschehen könnte, wo es infolge des Erkaltungsprozesses der Er­de keinen Re­gen mehr gibt.

(28. Juni 1914)

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Wien wird umgepflastert!

Wien wird zufolge des neuen Inves­ti­tions­pro­grammes eine Neu­pflas­te­rung für 75 Millionen Kro­nen erhalten, und zwar wird das ver­altete Granit­pflaster fast zur Gänze durch Asphalt oder Holz ersetzt, damit, wie es in der Begründung heisst, „das Verkehrsleben sich fortab geräusch­loser abwickle“. –

Dieses Pflas­ter ist aber bloss ein Pflaster auf eine viel grössere Wun­de, und wir denken, dass eine wirk­li­che Geräuschlosigkeit im Ver­kehrsleben nur dann erzielt werden wird, wenn einmal den öffentlichen Skandalen wegen des unzulänglichen Ver­kehrs ein Ende ge­macht wird.

(14. Juni 1914)

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Geschlechtsänderungen.

Jetzt sind die Gelehrten schon im­stan­de, das Ge­schlecht eines erwach­se­nen Wesens zu ändern. Wir möchten Ihnen einige unserer Parlamentarier em­pfeh­len, damit sie sie zu Männern ma­chen, da sie sich bisher wie alte Wei­ber betragen ha­ben.

(7. Juni 1914)

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Eduard Süß †

Der edle Mann ist tot,
Bedauernd stehn selbst Freisinns Hasser;
Er gab ihnen Hochquellwasser, doch sie
Nicht waren wert, ihm zu reichen das Wasser.

(3. Mai 1914)

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Drahtlose Telephonie.

– Grossartig! Da ist es gelungen, vom Eiffelturm aus den Gesang eines Tenors zu vernehmen, der bei Brüssel eine Arie vorgetragen hat!

= Da ist nichts dabei. Wenn ich in der Stadt um 2 Uhr nachts im Gast­haus sitze, hör’ ich förmlich meine Frau zu Hause in Mariahilf Zeter und Mordio schreien.

(5. April 1914)

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Filmkatalog.

„Der Schatten des Todes“ 1.000 Me­ter lang.
„Das Kind ruft“ nach münd­licher Vereinbarung.
„Die Kinder des Kapitän Grant“, bestes engli­sches Er­zeugnis.
„Die Soldatenbraut“, leicht be­schä­digt.
„Der Hotel­dieb“ polizei­lich erlaubt.
Lustspiel „Das Abführmittel macht volle Häuser.
„Max will Jude werden“ mit oder ohne Kürzung.

(29. März 1914)

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Inserate.

Dr. Heim’s

Yohimbin-Tabletten

Bestes Mittel bei vorzeitiger Männerschwäche.

Apotheke zum römischen Kaiser
Wien, I. Wollzeile 13/I.

(22. März 1913)

 

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Die Untergrundbahnen.

Eine sensationelle Wendung: Bezüg­lich des Projektes der Errichtung von Unter­grundbahnen ist eine Kommission zusammengetreten, welche eine Reihe der damit zu­sammenhängenden Fragen einem ausführ­lichen Studium unterziehen wird. Die Fest­stellung eines Programms für die Ver­handlungen mit einem Ban­ken­konsortium soll demnächst in die Wege geleitet werden.

Da die Frage im Hinblick auf die Ver­kehrs­kalamität keinen Aufschub mehr ver­trägt, war es hoch an der Zeit, dass endlich ein langsameres Tem­po in die Sache kommt.

(1. März 1914)

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