Schlagwort-Archive: Theater

Theater – vom 1.6.1925.

Deutsches Volkstheater.  Nach Pallenbergs selbstredend durchschlagendstem Gastspiel bescheerte uns das Volkstheater eine Neuinszenierung von Apels heiterem Spiel „Hans Sonnenstössers Höllenfahrt“ in vorzüglicher Besetzung. Thomas MannsFiorenza“, GrabbesNapoleon“ und NestroysEulenspiegel“ bilden den glänzenden heurigen Abschluß des vornehmen Repertoires der trefflichen Sprechbühne. Weiterlesen

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Weltspiegel vom 1.5.1925

Also, die Republik Österreich ist und bleibt das enfant gatée des Völkerbundes, respektive der Kulturwelt, die durch diesen Bund m. b. H. vertreten wird, und wer es nicht glaubt, der lese nur die englischen und amerikanischen Blätter. Dies umsomehr, als er es nur solcherweise von London und New-York erfährt, was für Spartaner wir Wiener eigentlich sind und frohen Mutes wir unsern von unsern internationalen Helfern gezüchteten Dalles und dessen Konsequenzen zu ertragen dressiert wurden. Weiterlesen

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Theater – vom 1.5.1925.

Deutsches Volkstheater.Gats“ Dichtung von Georg Kaiser. Gats ist ein, die Fortpflanzung verhinderndes, den Geschlechtgenuß vermehrendes Pulver. Der Entdecker, ein Humanist, will mit dessen entsprechenden Gebrauch, das minderlebenswerte Individium ausrotten. Beim eigenen, von ihm vergötterten Weibe angewendet, erleidet er Schiffbruch. Sie, die sich nach dem Kinde sehnt, übergibt ihn dem Gerichte. Gespielt wird glänzend. Neben Hadank und Frau Markus, Frau Putzmann und die Herren Duschinsky und Strauß vortrefflich wie Dr. Beers sachverständige Regie. Weiterlesen

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Weltspiegel vom 1.4.1925

Gibt es etwas Undankbareres als diese Entente? Vom frühen Morgen an, beziehungsweise 11 Uhr vormittags bis – oft genug – in die Mitternacht senden wir ihnen „Hallo, Hallo! Hier Radio Wien“ eine schier unendliche Perlenkette, das Beste, was deutsches Wort und Sang seit Jahrhunderten schuf, auf „Welle 530“ eifrigst, unermüdlich zu – nach London wie nach Paris, nach Rom und Kopenhagen… Das Echo aber?… Wir fühlen die Wassersuppe, die sie uns als Revanche in Genf auskochen, in allen Gliedern, vor allem aber in dem eine bessere Kost erhoffenden Magen. Verzeihung für diese problematische Blumensprache; aber, wird man immer wieder aufgefordert, sich den kurzen Leibriemen noch enger zu schnallen, dann geh’n auch dem wohlgemutesten Dichter die Frühlingslieder aus. Aus dem Weltspiegel, in den er forschend hineinblickt, sieht ihm ja nur immer wieder ein unterernährtes Antlitz entgegen, das es anscheinend noch immer nicht begreift, daß die nun das dritte Jahr währen de Hungerkur eine „Sanierung“ des armen Kleinösterreichs bedeuten soll. Eine verrückte Welt, in der die Menschlein rein darauf erpicht erscheinen, sich das ohnedies so kurze Dasein so schwer als möglich zu machen. Der einzig schöne Moment unseres heiligen Jahres erschloß sich dem begeisterten Blick, Ohr und Herzen bei dem „Gschnasfest“ im Wiener Künstlerhaus. Wahrhaft, nur phantasiereiche Künstler von Gottes Gnaden vermögen es, die irdische Wirklichkeit mit so goldenem Humor zu färben, daß an vor eitel Licht und Glanz, Lebenslust und –freude die dunkle Wirklichkeit in alle Regenbogenfarben getaucht sieht und empfindet. Leider nur eine Nacht in den zurückgelegten und noch bevorstehenden und noch problematische Tagen im Jahre des Heils 1925. Weiterlesen

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Theater – vom 1.5.1925.

Moissis Gastspiel im Deutschen Volkstheater verdanken wir die Bekanntschaft mit Pirandellos feinfühliger Komödie „Die Wollust der Anständigkeit“. Moissi stattet diesen gekauften Ehemann mit fragwürdiger Vergangenheit und sittlicher Strenge, die ihn auch schließlich die Zuneigung der Pseudogattin finden läßt, mit all dem großen einzig ihm eigenen Können und Empfinden aus. Hier wieder ward seine Darstellung zum dramatischen Ereignis. Zu NestroysDie schlimmen Buben“ gehört vor allem der dem Reichsdeutschen unerreichte Wiener Dialekt. Dr. Beers Inszenierung – sachverständig wie stets bis ins kleinste Detail – verdient spezielles Lob. Weiterlesen

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Theater – vom 1.3.1925.

Moissi im Volkstheater als „Graf von Charolis“; er spricht nicht, er singt nach seiner Art das unsterbliche Lied der Liebe an der Leiche einer Frau, die ihn so schnöde verraten, – zieht sie (Annemarie Steinsieck) in seine Art und Sphäre, Josef Klein als Vater und Präsident tief ergreifend. – Jede der übrigen Rollen glänzend besetzt: Ziegler, Homma, Duschinsky, Loibner, Edthofer und Baumann. Ein Prunkabend im vornehmen Repertoir unserer ersten Sprechbühne.

Das Theater an der Wien feiert endlich sein, das heißt Ernst SteffansMilliardensouper“, zu dem Willner und Kottow den entsprechenden Text schrieben. Ganz zeitgemäß: der junge Steuerbeamte, der einem milliardenschweren Schwiegerpapa in spee im chambre separee mit der schließlich – selbstredend Legitimen – den Steuerzahlungsauftrag präsentiert. Hiezu eine ganz prickelnde Tanzmusik, obwohl im Walzertakt, als im Venedigshimmy und Bubikopffoxtrott. Betty Fischer und Elsie Altmann als prächtige Pendants. – Karl Bachmann auch diesmal ganz vortrefflich – für das hochdrollige König, Waldemar und Matschek. Hiezu Marischkas unfehlbare Regie – eine selbstredend brillante Ausstattung – als Spielleiter die bewährten Otto Langer und Vinzenz Kaiser. Das Theater an der Wien zählt abermal um eine Jubiläumsoperette mehr. Weiterlesen

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Theater – vom 1.2.1925.

Deutsches Volkstheater. „Sie selber nennt sich Helsinge“, eine ernsthafte Komödie von Wilhelm Stücklen – Wandlungen einer zwischen drei Amateuren schwankenden Frauenseele. Der erste Liebhaber verübt Selbstmord – vor seinem Tode bezichtigt er den vermeintlich Bevorzugteren des Mordes. Erst dadurch aber gewinnt er an Wert bei ihr, dem Angriffsobjekt. Die schafft ihm ein Alibi, erklärt, daß der Beschuldigte zur Zeit des Mordes bei ihr war. Der so zum Hahn im Korbe Gewordene jedoch wird von dem dritten Liebhaber als Nichtmörder entlarvt; seine- Nimbus beraubt, fällt Helsinge in die Arme des dritten. Traute Carlsen ist entzückend, das Verehrerterzett Feldhammer, Edthofer und Baumann – auch Homma als patenter Polizeikommissär brillant – Emmy Förster eine patente Generalin von anno dazumal und Wolf Kersten ein verliebter Diener, Muster Wedekind. Ein trefflicher Abend. Weiterlesen

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Theater – vom 1.1.1925.

Die Niese im Deutschen Volkstheater, und das in einer Glanzrolle eines amüsanten Lustspiels „Der Weinberg des Herrn“ von de Flers und de Croisset. – Über alles Überpfeffert-Französische gleitet die hohe Kunst unserer besten Charakterdarstellerin, ihr immer zugreifender und treffender Humor bewältigt die flagrantesten Momente, doch auch die menschlich ideellsten. Mutter zweier illegitimer Töchter, beherrscht sie nur ein Streben, die Töchter „anders“, das heißt, an den „effektiven Gatten“ zu bringen. Man lacht und weint mit ihr, wie man es seit Jahrzehnten getan. Neben ihr eine ganz treffliche Garde: Lina Loos, Traute Carlsen, Margarethe Köppke, Lackner und Hans Jaray. Wieder einmal griff Direktor Beer ins volle Menschen- und kräftigste Wiener Künstlerleben: Die Niese spielt im Volkstheater! Weiterlesen

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Theater – vom 1.12.1924.

„So ist es… ist es so?“ Pirandellos Schelmenstück im Raimundtheater. Diese, ein Provinznest narrenden, schlauen, einander des Wahnsinns beschuldigenden Philosophen zwischen ihnen und ihrem Auditorium – die iedealmisteriöse „Allegorie der Wahrheit“ finden in Frieda Richard, Willi Schmieder und Herrn Neugebauer brillante Vertreter und Repräsentanten dieser, im Karrikaturgewande „so ergreifend wirkenden Typen“. Ein ganz vorzüglicher Abend unter Ernst Hommas zielsicherer Führung. Die Uraufführung von WedekindsDie Kaiserin von Neufundland“ wurde in bekannt trefflicher Besetzung und Regie neuerdings zur beispielgebenden Darstellung dieser vornehmen Sprechbühne. Weiterlesen

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Wiener Spaziergänge vom 1.12.1924

Es war einmal – erzählt die Mär – ein Capua der Geister, eine Stadt der Lieder am schönen blauen Donaustrand. Das war einmal, und daran erinnern sich jene Wiener, die zumindest ein halbes Jahrhundert auf dem Buckel haben, die noch heute mit stiller Wehmut und auch Dankbarkeit für das gütige Geschick, das sie noch die Blüte der Hofbühnen und des Wiener Männergesangvereins miterleben und –genießen ließ. Die Zeiten haben sich geändert, Das Burgtheater – traurig aber wahr – steht heute überhaupt nicht mehr an erster Stelle der Wiener, geschweige denn deutschen Sprechbühnen; die Staatsoper jedoch ist – verzeihen Sie das harte Wort – zum Starhäuschen geworden, dessen seltensten Vögel ihre kostbaren Töne nur ausnahmsweise am Opernring, zumeist aber jenseits des großen Wassers in den valutastarken „Vereinigten“ ertönen lassen. Wien, die musikalische Hochburg, steht vor der permanent akuten Gefahr, sein zweites – das Opern-Volksheim zu verlieren… Hier aber wieder ist es die Schlange der Lustbarkeitssteuer, die sich erstickend um die Lebensfähigkeit all dessen windet, was eben Wien vorher zum geistigen und künstlerischen Mittelpunkt der gesamten Kulturwelt machte. Weiterlesen

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Theater – vom 1.11.1924.

Deutsches Volkstheater. Bernhard Shawes „Die heilige Johanna“. Frau Steinsieck in der Titelrolle – bedeutet wiederum, daß sich – laut Repertoir und Darstellung – das Deutsche Volkstheater an Spitze der Wiener Sprechbühnen stellte. Ein hoher Kunstgenuß ist es, das  – realistisch, stellenweise hochsatyrische Zeitbild Shawes – Schillers idealem Pendant –  entgegenzustellen. Die Erstaufführung gestaltete sich auch zu einem hervorragenden Wiener Bühnenereignis. Weiterlesen

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Wiener Spaziergänge vom 1.11.1924

„Schuster, bleib bei deinem Leisten“ oder „Man soll nicht extemporieren“. Der ergebenst Gefertigte schrieb – und dies unter seinem effektiven Namen – an Spitze dieses Blattes in der letzten Nummer an Stelle der eingebürgerten „Wiener Spaziergänge“ einen – wie nennt man es doch? – Kunstartikel. Er wird es nie wieder tun. Die schlichtesten anzüglichsten Witze verzeiht man einem Professional-Humoristen, aber – wehe ihm! – greift er einmal, statt mit satyrisch gespitzter Feder, mit derberer Faust in ein unantastbares Wespennest“… Weiterlesen

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Theater – vom 1.10.1924.

Das Deutsche Volkstheater eröffnete mit Jaques Devals Lustspiel „Ein schwaches Weib“ die Wintersaison: Arlette, die pikante Witwe, die im Seelenkampfe zwischen Henri, dem Positiven, und Serge dem Lyriker – heute den einen und morgen den Andern beglückt – welch niedlicher Vorgang von Frau Steinsieck sowie den Herren Shall und Edthofer aufs Amüsanteste verkörpert wird. Franz Langers Volksstück „Das Kamel geht durch ein Nadelohr“ hat vornehmlich den Vorzug, Frau Glöckner und Fräulein Keller, vor allem aber Herrn Kirschner recht dankbare Rollen in einer mehr allenfalls mehr rührsamen als logischen Geschichte zu verleihen. Weiterlesen

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Kritik der Kritik

Ein Wort für unsere Mimen.

Auf die Gefahr hin, für einen Marsbewohner gehalten zu werden, tritt der Gefertigte gegen die ebenso allmächtige als allweise Theaterkritik in die Schranken. Zur eigenen Legitimation in Bezug auf das tollkühne Unternehmen betont der Schreiber nicht etwa, daß er bereits vor einem halben Jahrhundert „die Verhaltungsmaßregeln Goethes und Lessings, Dingelstedts und Devrients für den Mimen mit allenfalls problematischen Verständnis intes hatte…“ viel mehr erwähnt er, daß er schon zu jener Zeit ein ständiger Besucher des unsterblichen Kunsttempels am Michaelerplatz war, wo er – entsprechend seinen Mitteln – vom höchsten Standpunkte, der dritten Galerie, das Beste mehr hörte als sah, was deutsche Schauspielkunst zu bieten vermochte und vermag. Es war dies noch vor jener Periode, wo Mitterwurzer und Kainz von des Burgtheaters Familie und dem Rezensenten der alten Presse als Outsiders empfunden und besprochen wurden… Also, dem ergebenst Gefertigten, im bescheidenen Wirkungskreis rezensiert auch er noch heute, kann man höchstens das Verständnis, keinesfalls aber eine Erfahrung im Theaterwesen absprechen. Weiterlesen

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Theater – vom 1.9.1924.

Das Raimundtheater hat seinen Schlager selbst der heißen Sommersaison gefunden. Gust. Kadelburgs bekannter Schwank „Der Weg zur Hölle“, von Rebner unter dem Titel „Die tolle Lola“ librettiert und von Hugo Hirsch mit schneidigst einschlagenden Melodien vornehmlich im Shimmy- und Foxtrott-Tackt versehen, kann bei dem famosen Stoffe die Wirkung nicht versagen. Da ist ein junger Ehemann, der sich für eine Nacht jeden Jahres seiner alten Liebe, eben der „tollen Lola“ verschrieben hat und diese dringt auch dann auf die Erfüllung des Vertrages, da ihr Opfer in ihn beglückenden Ehebanden ruht. Weiterlesen

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Theater – vom 1.8.1924.

Das Gastspiel der Exl-Bühne im Raimundtheater bedeutet ein Schreiten von Erfolg zu Erfolg. Bessere Schönherr– und Anzengruber-Abende wußte weder das alte Burg- noch das Deutsche Volkstheater zu verzeichnen. Köck, Exl und Auer zählen heute zu den ersten Kräften der deutschen Dorf- und Gebirgskomödie, Anna Exl, Mimi Gstöttner zu den typischesten Erscheinungen dieses Genres. Köck als Hahn im Dorf ist unerreicht. Kienzels eis Bauernkomödie gleichen Namens, nicht minder „Der Ehestreik“, „Die politische Witwe“, „Der Narrenzettel“ gelangten zur begeisterten Aufnahme. Wie Waldeswehen und Bergbachrauschen quillts aus diesen urwüchsigsten Darbietungen. Die Wiener können und wollen sie nicht mehr missen. Weiterlesen

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Theater – vom 1.7.1924.

„Des Königs Nachbarin“ ist von Berlin in das Johann StraußTheater übersiedelt. Eine glorreiche Idee, die uns – die famosen Librettisten Grünbaum und Sierk kennen wir ja – auch Gelegenheit gibt, die feinfühlige Musik Leon Jessels sowie dessen meisterhafte Beherrschung im Liede, Tanz und Marschtakt kennen zu lernen. Wahre komponistische Kabinettslücke! Die Fabel: Friedrich des Großen heiteres Erlebnis mit der einst Vielgeliebten, die er – sie als Gattin und benachbarte Müllerin wiederfindend – dem braven Gatten in ehelicher Treue wieder zuführt. Paul Lipinski als Friedrich und seine liebliche Partnerin Marie Escher – die stimmbegabte Mizzi Weissmann, das neckische Nippfigürchen Paula BrösigJosef König eine prächtige Ollendorffigur. Franz Jentsch als charakteristischer Müller – Gustav Wilfan als schneidiger Reichsgraf und Lisl Stillmark bilden das Ensemble der allabends mit stürmischen Beifall aufgenommenen Operette. Ihrer Jubiläen ist sie sicher. Weiterlesen

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Theater – vom 1.6.1924.

Direktor Steiner-Kaiser brachte mit der Apachenoperette „Die Königin von Montmartre“ von Denn Spranklin, Musik von Vada Ennem, dem Apollotheater einen Bombenerfolg – freilich spielte Mizzi Günther die Titelrolle und Hans Höbling den Apachenhäuptling, wirksamst umgeben von den Damen BartosTrau, Hugel, Macha sowie den Herren Egger, Bachmann, Walters und Gaislinger. Inzwischen eine von Ernst Fischer arrangierte Modeschau und Schönbaumsfeld, der treffliche Kapellmeister, bringt einen einschlagenden Walzer „Herrgott, heut möcht’ ich Walzer tanzen“, der sich, natürlich sich in Wonne auflösenden Affäre zwischen dem jungen Grafen und dem reizenden Montmartremädel – schneidigst einfügt. Letzteres die Königin von Montmartre – aber sieht weiteren begeisterten Jubiläen zweifellos entgegen. Weiterlesen

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Theater – vom 1.5.1924.

Das Moderne Theater macht seinem Namen Ehre. So bescherte es auch Wien das krasseste Grauen auf den Welt bedeutenden Brettern mit dem Gastspiel des Pariser Theater Grand Guignol. „Der Kuß in der Nacht“ betitelt sich der nebst zwei heiterpikanten Einaktern gegebene Schreckenssketch von Maurice Level. Ein Mann, vitriolübergossen von der verlassenen Geliebten, erblindet, entsetzlich entstellt, führt deren Freispruch herbei, um selbst zu richten. Mit gleichem Vitriol blendet er auch sie. Die bluterstarrende Szene wird – bei den Nachtvorstellungen – Paul Bornier und Marcelle Sylda in den Hauptrollen – virtuos aufgeführt. Weiterlesen

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Theater – vom 15.4.1924.

Johann Strauß-Theater: „Marietta“, Operette von Robert Bodansky und Bruno Hardt, Musik von Walter Kollo, eine Berliner, in Wien aber beifälligst aufgenommene Attraktion, deren gute musikalische Einfälle sich raschest ins Ohr schmeicheln, deren lebhaft-schmissigen Tänze elektrisierend in Beine und Fußerl fahren. Da ist ein Frauenverführer mit ständig besten Erfolgen, der es nun auch auf die mondäne tizianrothaarige Herzogin Marietta von Savanna abgesehen hat, die sein Vorhaben jedoch erfährt und sich ihm, verkleidet als Orangenverkäuferin, nähert, selbstredend in der Absicht, ihn abblitzen zu lassen. Was will der Zufall? Ein wahrhaftiges kohlrabenschwarz-haariges Orangenmädchen namens Marietta läuft richtig dem Frauenliebling, der in ihr die Herzogin vermutet, in die empfangsbereiten Arme. Selbstredend kehrt diese nach manchen Operettenverwicklungen zu ihrem Straßensänger zurück, so wie das Pärchen „Herzogin und Cavaliere“ Torelli (so heißt der Verführer) ihr legitimes Schicksal im dritten Akt erreicht. Erich DeutschHaupt, Fräulein Escher Cavaliere und Herzogin – Josef König, Gisa Kolbe Orangenverkäuferin und Straßensänger – in Spiel, Gesang und Tanz das prächtigste vierblättrige Kleeblatt – wird zweifellos so wie bisher auch weiterhin das tägliche Glück des völlig ausverkauften Hauses, dem Johann Strauß-Theater, bringen und erhalten. Weiterlesen

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