Schlagwort-Archive: Tramway

Die Wiener Elektrische.

Die Elektrische ist eine seit vielen Jahren bestehende Neuerung Wiens. Sie ist als Verkehrsmittel gedacht, in erster Linie aber als eine Volksbildungsstätte, die mittels Anschauungsunterrichte, durch die im Innern der Wagen angebrachten, leicht faßlichen Bilder den breiten Massen erläutert, wie man auf einfache Weise zur allgemeinen Unterhaltung beitragen kann. An der Stirnseite sind große Buchstaben sichtbar, um kleinen Kindern das Alphabet spielend beizubringen.

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Der rechte Moment.

– „Warum, liebe Schaffnerin“, frug neulich ein Straßenbahn-Fahrgast, „warum ist das Rauchen in der Elektrischen erst jetzt verboten worden? Warum nicht schon in normalen Zeiten, warum nicht im Frieden?“
= „Wissen S’“, erklärte die resche Wienerin, „weil erst jetzt die Männer – ohnehin keine Zigarren oder Zigaretten haben!“

(18. März 1917)

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Die grosse Kälte.

Die Elektrische ist aller Sorgen enthoben. Die Leute stehen so eng gepreßt im Wageninnern, daß es den meisten warm „ums Herz“ ist. Freilich, mit der Anatomie darf man’s dabei nicht zu genau nehmen.

Wer’s zu Hause gemütlich haben will, braucht nur sämtliche Zeitungen ins Feuer zu werfen, auf denen die Ausreden der Kohlenhändler veröffentlicht sind.

Wer behauptet, man kriegt keinen Kohlenwagen zu Gesicht, lügt. Oder er ist noch nie mit der Straßenbahn gefahren, hat noch nie Eile dabei gehabt und hat noch nie erlebt, daß immer dann gerade ein Kohlenwagen das Geleise verlegte.

(4. Februar 1917)

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Die neue Verkehrsordnung.

Die meisten Haltestellen sind aufgelassen. Damit erst wird in den Wiener Verkehr die nötige Beschleunigung gebracht. Bisher war dieser beste Verkehr der auf Schusters Rappen; da wir jetzt der Elektrischen nachlaufen müssen, sind die Rappen zu Rennpferden avanciert.

*

Im übrigen beabsichtigt Herr Spängler schon jetzt mit der angedrohten Tariferhöhung vorzugehen; das Durchfahren der Stationen rechtfertigt ja doch Schellzugspreise.

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Reformen auf der Elektrischen.

Gespräch zwischen dem Bürgermeister und dem Straßenbahn-Direktor:
– So geht das nicht weiter, lieber Spängler ; wir haben einen Verkehrsskandal, der den in Deutschland noch übertrifft. Aber, wenn die in Berlin sich zu helfen wissen. Wir müssen mit unsrer Elektrischen den deutschen Verbündeten nachahmen!
= Tu’ ich ohnedies, Exzellenz. Meine Fahrgäste fahren alle Schulter an Schulter.
– Überdies müssen die Wiener möglichst direkt zu den Endstationen gelangen!
= Auch das. Man kann bei mir mit jedem Wagen garantiert zum Zentralfriedhof kommen. Umgestiegen wird nur auf der Rettungsgesellschaft. Weiterlesen

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Post mit der Wiener Elektrischen.

– Ein Brief von Triest nach Wien geht ja beinahe rascher als von einem Wiener Bezirk in den andern.
= Ja, das ist doch einfach. Dort wird die Post mit der Eisenbahn und hier mit der Straßenbahn expediert.

(24. September 1916)

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Die Tramwayverteuerung.

Weiskirchner: „Die Fahrgäste der ­Wiener Straßenbahn mögen sich doch nur beruhigen. Sie können vom Pressebüro der englischen Admiralität lernen, daß zwei Kreuzer auf oder ab wirklich keine Rolle spielen!“

(11. Juni 1916)

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Scherzfrage. (Zur Erhöhung der Tramwaytarife.)

Was ist ein Schwerfuhrwerk? Antwort: Das ist ein Gefährt, welches die Aufgabe hat, jenen Leuten, die eine Elektrische bestiegen haben, die Möglichkeit zu geben, eine halbe Stunde in dem be­wegungslosen Wagen zu verweilen; vorausgesetzt, daß der Fahrgast vorher 20 Heller plus 4 Heller Zuschlag plus 2 Heller Trinkgeld ordnungsgemäß erlegt hat.

(23. April 1916)

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Die Haltestellen

werden von der Wiener Elektrischen fortab, soferne nicht ein Passant davor steht, über­fahren werden.

Dagegen wer­den nach wie vor ledig­lich die Passanten überfahren werden, die davor gehen.

(26. Juli 1914)

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Die Fahrscheinlotterie.

Ein Versicherungstechniker will, dass die Elek­tri­sche abermals verteuert werde, die Fahrscheine aber Lose einer Lotterie sind, deren Haupttreffer 500.000 Kronen beträgt. Um die Chancen möglichst gross zu machen, wird die Bevölkerung Haus und Familie im Stich lassen und den gan­zen Tag in der Stadt herumreisen. Eine Renaissance jener Zeit bricht heran, in der die „fahrenden Leute“ ihr Glück ver­­suchten!

(7. Dezember 1913)

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Elektrischer Unterricht.

In der Wiener Elektrischen werden bunte Bilder gezeigt, die einen An­schau­ungsunterricht über die Art, sich in dem Wagen zu benehmen, ver­mitteln.

„Halte Dich an!“ steht unter einem Bil­de und man sieht darauf, wie ein Pas­sa­­gier, der sich nicht angehalten hat, einer molligen Dame auf den Schoß fällt. Dieses Plakat wird demnach den gegen­teiligen Zweck er­reichen.
„Nichts hinausstecken!“ steht auf einem zwei­ten. Die Ab­schreckungs­theo­rie beweist, wohin es führt, wenn man einen anderen Körperteil als etwa die Zun­ge gegen die Verordnungen der löb­li­chen Direktion herausstreckt.
„Vorsicht beim Aussteigen!“ Gut ge­brüllt, Löwe. Aber auf dem Bilde ist kein Kontrollor zu sehen, was doch ge­ra­de der wichtigste Anlaß ist in Wien, Hals über Kopf den Wagen zu verlassen. Mit diesen Illustrationen wird sich Direktor Spängler kein Bildl bei unserm Publikum einlegen.

(26. Oktober 1913)

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Das Jubiläum der Straßenbahn.

Samstag beging die Wiener Straßen­bahn die Feier des zehnjährigen Eigen-(willigen) Betriebes. Unter den Gästen bemerkte man den Chefarzt der frei­wil­li­gen Rettungsgesellschaft, Doktor Charas, einen der meistbeschäftigten Funktionäre der Elek­trischen. Direktor Spängler hielt die Festrede. Er be­legte seine Aus­führungen mit Ziffern. So fallen im Jahre auf je einen Einwohner je 2 Motorwagen, wo­durch neue Gebietsteile er­schlossen werden. Die Zahl der Trinkgelder läßt darauf schließen, daß die Kondukteure ihr Netz auch weiter ausbauen werden. Die Klagen über zu un­re­gelmäßigen Verkehr sind unver­meid­lich. Auf dieser Bahn mit vereinten Kräf­ten fortzuschreiten, soll das Bemühen aller sein, das verspreche der Direktor. Weiterlesen

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Der Wiener Omnibus.

Liebe Caricaturen! Folgender wahren Bege­ben­heit war ich Zeuge, nach­dem das Unglück mit dem Omnibus und der elek­tri­schen Straßenbahn in der Alserstraße ge­schehen war. Ein Zeichner des „III. Wiener Extrablatt“ postierte sich an der Unglücks­stelle und wartete lange, lange Zeit mit gezücktem Bleistift. Auf meine erstaunte Frage erklärte er: „Ich warte, bis wieder ein Omnibus von der Sko­da­gasse her in schnellem Trab gefahren kommt, um ein naturgetreues Bild zu gewinnen. Denn einen schnell fahrenden Om­nibus kann man doch nicht so ohne­weiters aus dem Ge­dächtnis zeichnen!

(2. Februar 1913)

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Die Doppeltramwaywagen.

– Hörst Schurl, was sagst zu die neu­chen Waggons von der Elektrischen, wo zwei Coupes übereinander sein?
= Aber geh. Alles wird beim Alten sein. Der obere Kondukteur wird si grad so niedrig benehmen und der untere wird die Passagiere weiter von oben herab an­schauen!

(22. Dezember 1912)

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Die neuen Verstimmungen der Wr. Strassenbahn.

Die Direktion der Wiener Straßen­bahn hat neue Verstimmungen er­las­sen, welche die Be­trübs-Ord­nung wesentlich bereichern. Man ist vom Spängler man­ches Blech gewöhnt, aber diese neuen Be­för­de­rungs­vor­schriften sind so pro­vo­kan­ter Natur, daß man den be­trieb­samen Herrn ehes­tens in den Ruhe­stand be­fördern sollte. Hier einige Dialoge, wie sie in die­sem Zusammenhange auf der Wiener Elek­trischen zu hören sein werden:

Fahrgast: „He, Sie, ich hab’ noch kei­ne Karte!“ Weiterlesen

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Das modernste Wiener Hotel

ist das soeben eröffnete „Hotel Astoria“. Schon und hauptsächlich der Ti­tel entspricht allen Anfor­derungen, die an ein auf der Höhe der Hotel­preise stehendes Haus gestellt werden können. Je­des Zimmer hat inter­urbanes und Wiener lokales Tele­phon, so daß ein längerer Aufenthalt in diesem Hotel zu den Selbstverständlichkeiten gehört. Im Hochsommer ist in allen Wohnungen Trink-Warm­wasser­leitung. Vor dem Hau­se fah­ren Omnibusse, die den Ver­kehr zu allen Stationen der Elektrischen besor­gen. Schließlich sei darauf hin­gewiesen, daß im Hau­se ein eigener Fremden­führer jedem Gast die Tra­versierung der Opern­gasse ermöglicht, und daß in allen Appar­te­ments sich elektrische Ventilatoren befinden, welche den Räumen die frische, ozon­reiche Luft der Kärntnerstraße zuführen.

(4. August 1912)

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Eine Neuheit auf der Elektrischen.

Die Wiener Strassenbahn lässt seit einigen Tagen in den Wagen eine Ver­war­nung plakatieren:

„Das Tragen von Hutnadeln ohne ent­sprechende Sicherung ist ver­boten.“

Also, unser Publikum muss mit der Ein­führung einer brauchbaren Sicher­heits­vorrichtung vorange­hen? Vielleicht stellt Direktor Spängler die von ihm ein­geführte den Damen zur Verfügung; denn diese „Sicherung“ kann man sich wirklich auf den Hut stecken.

(21. Juli 1912)

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Pikanterien auf der Elektrischen.

Verehrliche Caricaturen! Sind Sie in diesen kal­ten Tagen auf der Wiener Elek­tri­schen gefahren? Wenn nicht, dann em­pfeh­le ich Ihnen, den neuen, dort ange­brachten Tafeln Ihre Auf­merk­samkeit zu schenken. Sie können dann lesen, daß mit Rücksicht auf die niedrige Temperatur eine Ver­mehrung der Steh­plätze im Wagen­innern und auf der rück­wär­tigen Platt­form gestattet ist. Weiters heißt es wört­lich: „Auf der vorderen Plattform ist mit Rück­sicht auf den Wagenführer kei­ne Ver­mehrung gestattet.“

Wenn einem da nicht warm wird…

(11. Februar 1912)

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Die große Kälte.

Aus allen Teilen der Welt wird grimmige Kälte ge­meldet, und man hört und liest von allerlei denk­würdigen Fol­gen der abnormen Witterung.

  • In den Waggons der elektrischen Stras­senbahnen ist das Überfüllungs­verbot auf­gelassen; auf den Füßen der Innen­pas­sa­giere sind 10 Stehplätze be­willigt. Um­steigkarten haben keine Giltigkeit.
  • An vielen Kaffeehäusern sind die Fen­s­ter so dicht angelaufen, daß ein Außen­­stehender glauben muß, drinnen würden bloß erlaubte Kommerz-Spiele ver­an­staltet.
  • Die Coupéfenster der Fiaker und Autos tragen Eis­blumen, so daß die darin fahrenden Liebespaare voll und ganz auf ihre Rechnung kommen.
  • Auf den amerikanischen Eisenbahnen ist es im Laufe von acht Tagen zu keinem einzigen Zu­sam­menstoß gekommen, da der Verkehr infolge von Schnee­ver­we­hun­gen teilweise eingestellt werden mußte.
  • Einen seltsamen Anblick bietet in Wien die Area des Eislaufvereines dar: Ihre Wasserfläche ist dieser Tage in total erfrorenem Zustande aufgefunden wor­den!
  • Ein hochgewachsener, aristokrati­scher Lebe­mann ist plötzlich auf die Hälf­te seiner Körpergröße zusammen­ge­schrumpft! Seit Jahren wegen eines dis­kreten Leidens in ärztlicher Behandlung, ist das Quecksilber in seinem Korpus er­starrt und auf ein Minimum eingefroren.

(21. Jänner 1912)

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Die Dampftramway Hietzing-Lainz

fährt langsam neben der Straße hin, neben dem Zug marschiert ein k. k. Briefträger.
„Sie!“ ruft ihm ein Passagier in Mauer zu, „warum geh’n S’ denn zu Fuß und fahren S’ nicht lieber gleich mit uns?“
„Weil ich an Expreßbrief hab’!“ sagt lachend der Briefträger.

(23. Juli 1911)

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